Samstag, 30. Juni 2018

Freitag, 29. Juni 2018

Freitag


Kind 3 Püppi:

Ich habe dich geboren, deine Windeln gewechselt, dich gefüttert, und mit dir zusammen Krankenhausaufenthalte erleichtert. Ich suchte dir einen netten Kindergarten und habe dich eingeschult, mit dir das Lesen geübt, und immer an dich geglaubt. Du darfst mein Paypall Konto benutzen und ich leihe dir meine schwarze Schnitte. Nächste Woche passe ich auf deine weiße Lady auf, weil du auf Abi-Urlaub gehst. Ich habe heute früher angefangen zu arbeiten, um pünktlich mit dir zu deiner Zeugnisausgabe zu fahren. Ich habe mir schicke Klamotten angezogen.

Und dann komme ich nach Hause zu dir, muss noch schnell was essen, weil ich noch nichts gegessen habe, und du schaust mich an und sagst:“ Vergiss es Mama, ich will nicht, dass du mitfährst. Ich fahre mit meinem Bruder.“ Und ich erwidere:“ Hey, ich bin bei den anderen Zweien doch auch dabei gewesen.“ Und du antwortest. „Pech. Bei mir nicht.“

Und weg bist du in deinem schönen kurzen Kleid. Du siehst so erwachsen aus, aber benimmst dich nicht so.

Ich nehme die weiße Lady, gehe in den Garten und lege mich in den Schatten und schlafe fast ein, weil ich so müde bin. In Gedanken wünsche ich dir eine schöne Zeugnisübergabe, bis ich den Schmerz bemerke, der ganz persönlich mir gilt und fahre später nach Hause.

Und ja, du verdammter Steinbock hast dem Widder mal wieder einen Stoß verpasst.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Donnerstag


Irgendwie ein seltsamer Tag.

Am Morgen verlasse ich früher als sonst das Haus, weil ich die alte Dame zum Arzt fahren muss. Mutter wartet schon dort und nimmt sie in Empfang. Danach geht es zur Arbeit. Meine türkische Freundin erwartet mich schon, weil sie ein Formular ausfüllen muss, der deutschen Sprache allerdings nicht mächtig genug ist. Ich muss nicht erwähnen, dass es bei den Temperaturen angenehm ist, wenn es rappel voll wird. Und ich konnte heute nicht rechnen. Mein Gehirn fühlte sich an wie überreife Banane.
Da die Oma den ganzen Tag bei meinen Eltern weilt, fahre ich nach der Arbeit zu ihnen, gehe dort duschen, und esse mit Heißhunger das leckere Steak, das Vater mir auf den Grill geworfen hat. Dazu ein Kellerbier.
Um 18:00 fahre ich Omi nach Hause, da wir ja jetzt quasi im selben Viertel ums Eck wohnen.

Was ist sonst noch passiert:

Die Einladung zum Bananensplit mussten wir leider verschieben, da ich vorgestern Nacht eine SMS vom Azubinchen bekam, sie hinge die ganze Nacht über dem Klo, und ob ich sie mit Klopapier, Wasser und Vomex retten könne, sie wäre nicht auf Magen-Darm eingerichtet.
Das mache ich natürlich und bringe ihr am Nachmittag zusätzlich eine gute selbstgemachte frische Suppe vorbei. Dafür werden wir nächste Woche unseren Fernsehabend nachholen, und weil sie meint, ich würde zu wenig für mich tun, gibt’s zusätzlich eine selbstgemachte Gesichtsmaske gegen Falten. Die Kurze ist echt cool.

Heute bekam ich von einer Stammkundin eine große mit Klamotten bepackte Tasche geschenkt, weil sie, wie sie meinte zu sehr abgenommen hat. Sie hat ein gutes Auge, denn die Sachen passen mir, sehen echt schick aus und ich habe mich darüber gefreut. Endlich wieder in Besitz von einem schwarzen kurzen Kleid.

Mutter meint, ich solle meine durchmalochten Klamotten bei ihr lassen, sie würde sie schon mit waschen. Ich konnte mich ja mit den neuen geschenkten Klamotten umziehen. Mir ist das etwas unangenehm, aber sie meinte nur:“ Du bist doch mein Kind, ich habe doch damals auch deine dreckige Wäsche gewaschen.“

Nach diesen ganzen nett gemeinten Gelegenheiten, frage ich mich, ob ich bedürftig wirke, oder einfach nur Menschen um mich habe, die mir Gutes tun wollen.  
Ich hoffe auf Letzteres. 

Spruch des Tages von meiner Oma auf dem Heimweg:

"Laufe niemals einem Bus oder einem Mann hinterher, es kommen in regelmäßigen Abständen immer wieder Neue"

Und dann lachten wir in meiner schwarzen Schnitte. 

Mittwoch, 27. Juni 2018

Mittwoch


 Erlebnisbericht:
Als Kriegsgefangener nach Amerika.

Es war am 22.September 1944, als ich nach einem Feuerüberfall der Amerikaner in Gefangenschaft geriet.
Nach einem Verhör transportierte man mich mit noch einigen Leidensgenossen zu einem Kriegsgefangenen Lager, nach Maiselle. Dort war ein Verschiffungslager nach Amerika. An einem Morgen wurden 1000 Mann aufgerufen, welche für den Transport nach Amerika bestimmt waren. Am nächsten Morgen hielten L.K.W. vor unserem Camp, um uns zum Hafen zu bringen. Im Hafen angekommen, sahen wir schon unsere Karavane, um uns zum Hafen zu bringen. Es waren Kohlenfrachter, die nun menschliche Fracht aufnehmen sollten. Durch Landungsbeauftragte wurden wir an den Frachter herangebracht und mussten an einer Zaunleiter an Deck klettern. An Board nahm uns ein Offizier in Empfang und schickte uns sofort unter Deck. In diesem Loch angekommen, sicherten wir uns sofort einen anständigen Platz auf den rostigen Platten. Drei Tage und drei Nächte verbrachten wir unter Deck. Ein Soldat stirbt währenddessen, und wir müssen zusehen, weil wir ihm nicht helfen können.
Angekommen am Ziel, holt man uns heraus und wir waren in Amerika.

Mein Opa überlebte einen Granatspliter in seiner Schulter und als ich Kind war, fuhr ich immer mit dem Ziegefinger über diese unglaublich große Narbe. 

Ich fand diesen Tagebucheintrag, nachdem mein Opa verstorben war.
Und ich hüte ihn.
Und wenn ich nur diese wenigen Zeilen lese, die nur annähernd den Krieg beschreiben, dann frage ich mich, warum die Menschen Krieg wollen. Das ist doch so wahnsinnig. Reißt euch doch einfach mal alle zusammen und meinetwegen raucht euch ein gutes Marihuana.

Deutschland ist raus. Ja und? Ich habe mich köstlich amüsiert.

Dienstag, 26. Juni 2018

Dienstag

Ich versuche gerade konzentriert zu arbeiten, aber wenn der Körper zu 60% aus Müdigkeit besteht und der Rest schon wieder Hunger hat, kann das nichts werden. Und kalt ist mir auch. Pause.


Montag, 25. Juni 2018

Montag


Anna hatte sich angekündigt, und ich habe es vergessen. Um 17:30 bedient sie meine Wohnungsklingel. Wir sind gerade dabei, ein Drehbuch zu schreiben, Anna ist die beste Theaterspielerin,, ich kann schreiben. Da das Stück Ende des Jahres aufgeführt wird, verrate ich natürlich nichts. Nur soviel, und das ist verdammt böse:

„Wenn man Schuhverkäuferin gelernt hat, ist man vor nichts fies.“

Da das ja jetzt ein Insider ist, ist das auch ziemlich gemein, aber ich lache immer noch und habe Tränen in den Augen.

Habe heute mein Rechteck in einen Kreis eingetauscht und wenig aber dafür gut gegessen.
Drei Nummernschilder auf dem Weg gemerkt. Eine Ampel bei rot überfahren. Zwanzig Euronen Trinkgeld gemacht, und irgendwie schon wieder Hunger. 


Montag

Wenn ich soviel Motivation zum Arbeiten hätte, wie ich sie gerade nicht habe, könnte das ein durchaus guter Tag werden.


Sonntag, 24. Juni 2018

Sonntag


Ja, ok, ich habe es so richtig in den Sand gesetzt. Das meint Mutter auch. Und ich weiß das. Nur zu gut. „Kind, Oma meinte damals, ich will hier weg. Ich gehe.“ Wenn ich das auch nur im Geringsten gewusst hätte, dann hätte ich mir eine Menge Jahre erspart.

1994. Februar. Ich bin fett wie ein Wahlross. Und wir wollen, müssen heiraten. Der zukünftige Gatte und ich kommen als letzte ins Ziel. Er parkt den Wagen, schaut mich an, und meint: „Sollen wir die Hochzeit schmeißen und einfach irgendwo ein Hotel mieten und abhauen?“
 „Ich bin dabei, sofort, aber, das können wir nicht machen, wegen der Drachentöterin.“

Wir heiraten in diesem schäbigen Standesamt, gehen Essen und danach verschwinden wir in unserer Wohnung, legen uns ins Bett und sprechen kein Wort. Einen Monat später wird unsere erste Tochter geboren. Kurz vor meinen Geburtstag, der wird vergessen.

So habe ich mir das gewünscht. Genau so.

Das Leben ist ein Scheißhaufen. Und dann sagt Mutter am Telefon, Kind es gibt die große Liebe, du musst nur frei dafür sein. Ja ne ist klar. Große Liebe fick dich.


Freitag, 22. Juni 2018

Freitag


Heute im Rechteck gelebt. Die Nachrichten verstören mich. Ich bilde kleine Kreise und streiche Einbahnstraßen. Der Nachbar mit dem französischen Akzent hilft mit dabei. Er kocht und lädt mich ein, nach der Arbeit. Auf dem Heimweg in Heim II merke ich mir fünf Nummernschilder und bemerke, dass das Wetter uns auslacht.

Das Essen schmeckt so gut. Und auch die Rückenmassage lässt mich kurzweilig aus dem Rechteck in eine einigermaßen entspannte Region fliegen.

Zu Hause angekommen, merke ich, wie müde ich bin. Ich hätte schon bei der Rückenmassage einschlafen können. Ich schleiche in meine Wohnung und gehe heiß duschen. Mein sicheres Rechteck steht mir bei. Wie kann es sein, dass eine Woche schneller vergeht als eine Nacht. Heute Nacht werde ich allein sein. Ich werde schlafen und träumen und morgen wieder arbeiten. Ich arbeite eigentlich nur, was jetzt nicht so schlecht ist, denn wer arbeitet, kommt nicht auf dumme Gedanken. Also alles wie immer, außer das Rechteck. Ich mag es lieber im Kreis, aber Kreise sind anspruchsvoll.

Beim Spiel Serbien: Schweiz meint mein Gehirnwartungsexperte: „Zucker, denk drüber nach, in deinem nächsten Leben wirst du ein WM Fußball.“
„Warum?“
„Du wirst so begehrt sein, dass es kaum auszuhalten ist.“
„Vergiss es.“
„Zucker?!“
„Nö. Ich bin doch eigentlich zufrieden.“
„Wann soll ich wieder schrauben?“
„Ab Montag.“
„Ok.“


Donnerstag, 21. Juni 2018

Donnerstag


Gefühlt müsste ich anfangen, Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Die Wochen rasen und seit ich mich richtig eingelebt habe, hat die Gestaltung des Alltags einen sehr großen Stellenwert bekommen. Stressfrei und gelassener.

-Mein Lieblingsarzt hat mein Besuchsintervall vergrößert
-Anna ist verliebt
- Olga hat die Strahlentherapie hinter sich gebracht, Tantchen hat es auch bald geschafft, mit der Strahlentherapie
- in zwei Wochen arbeite ich ein Toastbrot ein
- die Azubine hat mich für nächste Woche zum selbstgemachten Bananensplit zu sich nach Hause eingeladen
- der Nachbar mit dem französischen Akzent hat mir in seinem Keller ein Weindepot zum probieren angelegt
- Ende des Monats werde ich für eine Woche in meiner alten Wohnung leben, da Püppi in Urlaub geht, und die weiße Lady mit mir die Zeit verbringen wird
- Fehlt nur noch ein bisschen mehr....

Alles im grünen Bereich. Es wird Zeit, eine Kultfilmnacht einzulegen.


Montag, 18. Juni 2018

Montag

Der Moment, in dem man bemerkt, dass die manische Phase wieder Ruhepause hat.


Psychologie hat keine Grenzen, wenn eine Ebene erreicht ist, in der alle Parteien zumindest das Gefühl haben, die Situation im Griff zu haben. Ich habe schon lange nicht mehr eine solche Ebene erlebt. Vielleicht sogar noch nie. Es ist keine Unsicherheit, die ich spüre, aber unmittelbar macht sich bei mir eine kleine Alarmglocke bemerkbar. Ein zartes „kling“, das ich aufgrund fast unbemerkter Ablenkungsmanöver gar nicht registriert habe. Aber es ist doch spürbar nah. Ein Einzelkämpfer erkennt in der Regel die Gefahr, noch bevor sie eingreift. Eigentlich wäre jetzt der Rückzug angebracht, aber da der normale Angstinstinkt verkümmert ist, bleibt die Neugier und die Geilheit auf Herausforderung. Ausloten, bis zum bitteren Ende, danach kann man immer noch das Heer abziehen. Es erinnert an das Spiel „Risiko“. Am Ende gewinnt der Spieler mit der besten Taktik, die er niemals Preis gibt, denn nur so kann er seine Mitspieler in die Irre führen. Ich könnte auch vom Skat schreiben, aber Skat kann ich nicht. Schach wäre noch eher eine Alternative.

Doch das Wichtigste an dem ganzen Spiel ist die Tatsache, dass ich nichts zu verlieren habe.
An erster Stelle, und das wird auch so bleiben, steht die Menschlichkeit. Und auch wenn auf diesem Planeten alles mehr und mehr sinnlos erscheint, werde ich meine Einstellung nicht ändern.
Und sollte sich mein Gefühl tatsächlich irren, werde ich am Ende gelernt haben. So oder so.

Und das ist herrlich!


Sonntag, 17. Juni 2018

Sonntag

Es war vorhersehbar. Vor dem Deutschland-Mexiko Spiel, dachten sich die Menschen, noch anständig gut Essen zu gehen. Um 12:45 Uhr rappelte der Laden gewaltig. Gatte und ich waren heute allein. Und weil das anscheinend nicht ausgereicht hat, um meine Energie mit Schwitzen, Rennen und nett sein, wegzuspülen, fuhr ich vor dem Spiel auf die Bahn. Die schwarze Schnitte wollte ich mit lauter Musik und Gasimpuls ans Limit bringen. Die Autobahn war frei, und so lernten wir uns wieder einmal etwas näher kennen.

Der Asphalt schmolz und löste sich im Rückspiegel in Wohlgefallen auf.


Man muss den Menschen vor allem nach seinen Lastern beurteilen. Tugenden können vorgetäuscht sein. Laster sind echt. (Klaus Kinski)


(Herr Dr. Schwein, bitte nicht das Musikvideo anklicken, ich glaube ist nichts für dich)

Sonntag

Mich erstaunen Leute, die das Universum begreifen wollen. Es ist doch schon schwierig genug, in der Nordstadt zurechtzukommen.

Auf auf, zur letzten Schicht für diese Woche.

Samstag, 16. Juni 2018

Samstag


„Und, wie geht es der Kurzen?“
Wir sitzen um 00:20 in meiner Küche, teilen uns eine Zigarette und kommunizieren. Sehr neu das.
„Geht so.“
Ich erzähle ihm, warum ich mir Sorgen mache und dass sie niemanden an sich ran lässt, und nix sagt.
Er schaut mich an, zieht an der Zigarette, fängt an zu lächeln und meint: „Das wundert mich jetzt gar nicht, von wem hat sie das bloß, Zucker.“

„Gehen wir schlafen?“
„Ja, worauf hast du Lust.“
„Ich massiere dich, wenn du magst.“
„Deine Augen sind schon wieder hungrig.“
"Kann schon sein."

Ich hole das Öl, lasse das Licht an und begehre diesen unglaublichen schönen Körper. Meine Pupillen feiern Party, meine Handgelenke fangen endlich wieder an zu leben, es ist ganz still, ich spüre das Blut in meinen verkorksten Venen pulsieren, und ich spüre ihn.

Danach versinke ich in einen traumlosen Schlaf. Als ich am Morgen aufwache, hat er seinen Arm um meinen Körper gelegt und sein Atem streift meinen Hals.

Ich stehe leise auf und koche uns einen Kaffee. Das erste mal, dass er noch zum Kaffee bleibt.

Er muss los. Ich verabschiede mich. „Hey lass dich nicht von fremden Frauen anquatschen, die wollen nur das Eine.“
Er fängt an zu lachen. Das erste mal, dass ich Humor bei ihm entdecke. „Klar Zucker.“
Schon an der Tür, dreht er sich wieder um, kommt zu mir und gibt mir einen Kuss. Dann verschwindet gefühlte Dreißig wieder in sein Leben.

Freitag, 15. Juni 2018

Freitag


Es gibt sie noch. Die netten Auto- und Busfahrer, die mir entgegen kommen, bemerken, dass ich recht schnell unterwegs bin, und mich dezent anfunken, mit ihrer Lichthupe. Bingo. Sonst hätte ich nämlich heute mein zweites Bild kassiert.

Als ich nach Hause komme, in die Küche gehe, bemerke ich, dass etwas anders ist. Irgendetwas stimmt nicht. Ich stelle die Taschen auf dem Stuhl ab, drehe mich zweimal im Kreis, schaue wieder den Raum an und zack, da fällt es mir auf und spontan ein Gedanke wird mir von meinem Gehirnwartungsexperten geschickt.

Es soll ja Menschen geben, die langjährige, schmale, schöne Bilder nicht mehr haben wollen. Und ich denke, das ist durchaus legitim, aber deshalb muss ja nicht mein Bild, das auch schmal und schön ist, jedoch noch nicht langjährig, da ich noch nicht einmal ein Jahr hier wohne, einfach von der Wand fallen. Das war es, eine kahle Wand, Bild auf dem Boden.

Ich analysiere den Fehler. Es ist die Wand. Oder ich habe einfach den Nagel nicht richtig…Nein, es ist die Wand. Also zweiter Versuch. Ich nagel die Wand noch mal und nun hängt das Bild schief. Jetzt fällt mir wieder ein, wofür ich einen Mann gebrauchen könnte.

Rauchmelder müssen auch noch angebracht werden. Aber jetzt habe ich erst einmal Feierabend. Alles zu seiner Zeit.    



Donnerstag, 14. Juni 2018

Donnerstag


Wir sind dabei. Die schwarze Schnitte und ich werden ein Foto bekommen. Ich hoffe nur, dass die Überschreitung nicht dafür sorgt, dass mein Schein eingezogen wird. Das fehlte mir gerade noch. 

Mittwoch, 13. Juni 2018

Mittwoch


Erster Tag ist rum.
Um sechs Uhr klingelt der Wecker. Ich klatsch viermal drauf, dann muss ich raus. Um Acht bin ich im Büro. Um Neun Kundenmarathon. Ich kann es kaum erwarten, in die Pause zu kommen. Hunger. Danach rufe ich meinen besten Freund an, ob ich mich bei ihm ausruhen kann. Klar darf ich das. Ich fahre um 16:30 Uhr zu ihm, ziehe meine Schuhe aus und lege mich ins Gästebett. Er kommt zu mir, mit einem Pfefferminztee und ich schlafe ein. „Weck mich bitte um 17:30 Uhr, wie du mich immer geweckt hast.“

Und das macht er auch.

Entspannt und ausgeschlafen fahre ich zur nächsten Schicht.

Um Neun bin ich endlich zu Hause. Ich habe zwei Nachrichten von gefühlte Dreißig auf dem Handy, eine E-Mail von Vitamin D (nach zwei Jahren Sendepause) und eine nachträgliche Einladung von A. zum gemeinsamen Dinieren eines Erdbeerkuchens.

Bis einschließlich Sonntag wird das alles nix. Und jemand denkt an mich, ich habe einen hartnäckigen Schlickauf. 


Dienstag, 12. Juni 2018

Dienstag


Ich zwackte heute eine Stunde meiner Arbeit ab und legte mich im Büro auf den Boden, ein dickes Kissen unter den Beinen, und schlief einfach ein. Danach fuhr ich zum Chef und ließ mir ein bisschen die Rückenmuskulatur entspannen.

Heute kam Anna zu Besuch. Lustiges Gespräch. Natürlich über Männer. Sie wurde mal wieder versetzt, nachdem sie dem Typen nicht ihren Beruf verraten hatte. Der hat einfach Schiss bekommen und ward nicht mehr gesehen. Ich persönlich finde Männer ja mega interessant und beim wöchentlichen Studieren überlege ich, ob ich nicht doch ein Buch schreiben sollte.

„Und, wann kommt der Franzose?“
„Keine Ahnung, wenn er vielleicht mehr als 800 Euro Startkapital zusammen gespart hat.“
„Freust du dich?“
„Hm, eigentlich bin ich da gedanklich ziemlich neutral.“
„Wieso?“
„Einfach so.“
„Zucker, du bist nicht normal.“
„Dann ist das so.“

Habe heute erfahren, dass ich bis einschließlich Sonntag durcharbeiten muss. Keine Ahnung, ob das mein untervögelter Körper schafft. Vermutlich eher nicht.

Ich lass das mal auf mich zukommen.

Ansonsten alles im grünen Bereich, OBWOHL! mir heute der große Parmesankäse lässig aus dem Handgelenk fiel, mein Glas Wasser umkippte, das Wasser über meinen Autoschlüssel und Brille lief und ich mich nicht aufregte, weil ich einfach zu müde bin.

So ist das. 


Sonntag, 10. Juni 2018

Sonntag


Nach einer sechstägigen Arbeitswoche, dachte ich mir, sollte ich mir mal wieder etwas Gutes tun. Leider plante ich, ohne meinen Gehirnwartungsexperten. Der meinte noch, Zucker, mach nicht zu viel auf einmal, denke an die ganzen Chaoten und an deine wirren Gedankengänge. Hinzu kamen noch die Träume der letzten Nächte. Alles sehr grenzwertig.

Jetzt ist das Wochenende rum, ich sitze, von einer Geburtstagsfeier vernebelt, in meinen vier Wänden und denke über meine irrwitzigen Gedankengänge nach.

Je älter man wird, desto komischer wird das alles.

Was ist passiert:

-Viele Menschen reden wild durcheinander. Ich verstehe nichts.
- Es gibt nur Kuchen und Kaffee, ich esse keinen Kuchen.
- Eine Vitrine, die mich zwar nicht aus dem Gleichgewicht bringt, aber doch besondere Beachtung, geschuldet meines photografischen Gedächtnisses, findet.
- Ein exakt identisches Klopapier
- Eine Fahrt nach Hause, nicht über die übliche Bundesstraße, sondern durch die Stadt. Ich habe das Gefühl, ich bin die einzige Deutsche Person.
-Heißhunger auf Pommes mit Currywurst.
-Lust.

Freitag, 8. Juni 2018

Freitag



Blutwerte im Keller, um 600ml ärmer geworden heute Morgen, im Büro auch nicht besser gefühlt, außer beim spontanen Frühstück mit dem Ex-Nachbarn mit dem französischen Akzent, gegen Mittag bei Püppi auf dem Sofa eingeschlafen, nachdem der Gatte einen Korb bekam, „Ja, ne ich kann heute Abend nicht arbeiten, ich kriege nicht einmal den scheiß Kofferraum mit der rechten Hand geöffnet.“
 

Auf dem Weg nach Hause vor mir eine Fahrerin, mit 20!km/std durch die Stadt, hinter mir ein kleiner Fahrer, in großem Jeep. Alles ist gut, bis zu Dem Moment, als der Typ hinter mir anfängt zu hupen.

Da meldet sich mein Gehirnwartungsexperte: „Zucker ich spüre was du vorhast, tue es nicht.“
„Ich werde gleich anhalten, den Typen aus seinem Auto holen und ihn umhauen.“
„Schaffst du nicht, mit deinem Handgelenk.“
„Genau das macht mich noch wütender. Ich bremse hart ab.“
„Ach komm, dein neues Auto muss doch nicht jetzt schon…“
„Soll ich der dummen Kuh vor mir reinfahren?“
„Nee.“

Der Typ hupt immer noch. Ich bremse ab, schaue in den Rückspiegel und zeige ihm den Mittelfinger. Das kriege ich so gerade hin. Der Trolli vor mir biegt ab, und ich kann endlich in normaler Geschwindigkeit nach Hause fahren.

Ich hätte jetzt gerne guten Sex, Champagner und gutes Essen, Sonne, einen Whirlpool und einen schmerzfreien Abend.

Aber Wunschkonzert ist heute geschlossen.

Fast vergessen: Herr Dr. Schwein: NICHT ANHÖREN!

 

Mittwoch, 6. Juni 2018

Mittwoch


Während ich an meiner Dokumentation arbeite, Ziel war, dass es heute fertig wird, schneit er ganz plötzlich nach gefühlten Jahren ins Büro. Ich bin barfuss, habe mein T-Shirt ausgezogen, dafür die Klimaanlage nicht eingeschaltet. Ich mag es, wenn es warm ist, mag es, wenn ich barfuss über Holzboden gehe und im Büro den Teppich spüre.
Er kommt zu mir, umarmt mich, gibt mir einen Kuss auf den Mund. Er ist anders als sonst.
Er dreht mich um, ich stehe am Stehtisch und er drückt sich vorsichtig von hinten an mich, nimmt mich in den Arm, sein Atem an meinem Hals. „Hey, was ist los mit dir?“
„Weiß nicht.“
„Hast du alles geschafft?“
„Ja klar, ich bin fast fertig. Es sei denn, du hälst mich jetzt von der Arbeit ab.“
Er lacht. „Gerne“.

Nach zwanzig Minuten weiß ich, dass Steharbeitsplätze Standard in jedem Betrieb sein sollten.

Mein Rücken wird massiert, während ich mich entspannt abstütze, und die Zeit wird vergessen. Er fährt danach zum Kunden, und ich beende die Dokumentation, gehe essen, und fahre nach Hause.

Heute Abend schaue ich mir „Vergeltung“ im Ersten an und ich lache leise in mich hinein.

Wir sind im Grunde alle Menschen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass wir gesellschaftlich nach außen unsere Masken aufsetzen, privat möchte ich gar nicht tiefer in die Materie gehen, das könnte weltweit peinlich werden. 


Mittwoch

Wenn stupide Dokumentationsarbeit klein machen würde, könnte ich jetzt unter dem Teppich Fallschirm springen.

Und die Zeit vergeht leider nicht wie im Fluge.

Dienstag, 5. Juni 2018

Dienstag


Heute musste ich mit Entsetzen feststellen, dass meine schwarze Schnitte und ich noch nicht wirklich zusammengeschmolzen sind. Es könnte aber auch an meiner Wahrnehmungsstörung liegen. Was ist passiert.

Ich überlege heute, an diesem einsamen Bürotag, meine Pause bei meinem Lieblingsitaliener zu verbringen. Es gibt italienische Linsensuppe mit italienischem Kartoffelsalat. (Wenn jemand das Rezept möchte, gerne)

Nach dem Essen gehe ich zurück zu meinem Auto. Der Schlüssel hängt lässig in meiner rechten Hand, die Sonne scheint, ich trage eine Sonnenbrille, die meine Mutter mir geschenkt hat, weil sie wissen ja, und während ich so auf den Wagen zugehe, denke ich, hey der wirkt hier in der Parkbucht viel eleganter und länger. Ich finde ihn einfach cool, ich finde mich auch gerade etwas cool, betätige den Schlüssel, es macht „klockklock“ und ich muss mit Entsetzen feststellen, dass die Lichter gar nicht kurz aufpoppen. Dafür poppen die Lichter an dem Wagen davor auf. Denn, das ist meiner. Ich schaue mich um, ob mich niemand gesehen hat, gehe drei Schritte zurück, entferne mich langsam aber stetig von dem schwarzen Mercedes und setze mich in meinen Wagen. Und ich schwöre, ich habe den Mercedes nur erkannt, nachdem ich das Zeichen gesehen habe. Also schlussfolgere ich, seitlich gesehen, sieht mein Wagen fast aus wie ein Mercedes. Nur ist er um Längen kürzer. Egal. Ich arbeite an unserer Freundschaft. Und mein nächstes Auto wird gelb.

Und der Scheiß fällt mir dazu ein. 

Montag, 4. Juni 2018

Montag


Die innere Unruhe und die Schmerzen vom Wochenende flauen langsam ab. Gut so. In den letzten vier Tagen musste ich zweimal einen Umweg nach Hause fahren, weil die Straße wegen eines schlimmen Unfalls gesperrt war. Das brachte mich etwas aus dem Gleichgewicht. Heute besuchte ich die alte Dame, und sie legte mir die Karten. Es beruhigte mich, irgendwie.

Ich ertrage den Zustand einfach nicht, wenn ich wie ein Tiger im Käfig hin und her laufe, in meiner Wohnung. Auch wenn ich weiß, dass dieser Zustand ungefragt hin und wieder einfach präsent ist. Und dann frage ich mich, wie es sein kann, dass ich 2000km ganz relaxt durch die Weltgeschichte fahren kann, und es nicht hinbekomme, hier im Zuhause, zum nächsten Einkaufscenter zu fahren. Das ist mit Verlaub gesagt echt SCHEIßE.

Ich habe da überhaupt keine Lust mehr drauf. Ich will das nicht mehr.

Und die Schmerzen scheiße ich dermaßen an, dass sie für immer im Nirwana verschwinden. Ich habe nämlich keine Lust darauf, mir wegen dieser Scheiße eine Barrierefreie Wohnung zu suchen.

Und sollte mich in Zukunft noch einmal irgendein Gast blöde oder arrogant von der Seite anmachen, dann könnte das ziemlich unangenehm werden. Ich verrate nix.

Und jetzt möchte ich, dass es wieder Berg auf geht. Das wäre schön.


"Gehirnwartungsexperte! Wo treibst du dich rum?"
"Ähm Zucker alles klar ich bin da. "
"Mach was. Schraube."
"Versprochen. Geh schlafen, morgen ist alles im grünen Bereich."
"Wirklich?"
"Ja. ich werde die Nacht durchmachen."
"Ok.Danke"

Sonntag, 3. Juni 2018

Sonntag



Das Wochenende war eine einzige Katastrophe. Egal, jetzt habe ich es geschafft, entledige mich meiner Klamotten und lege die Beine hoch.

Wie finden Sie das:
Gäste, die sich über einen Kalkfleck an einem Glas beschweren, ich muss zweimal hin und her laufen, damit Madame ihren Drink bekommt, beobachte, wie die Dame zur Toilette geht, zufälliger Weise muss ich auch kurz danach ebenfalls pinkeln, und stelle mit Entsetzen fest, dass nicht abgespühlt wurde, und das Handpapier statt in den Mülleimer, einfach daneben geschmissen wurde.

Bei soviel Arroganz kommen mir ganz unglaubliche Ideen. Aber zum Glück habe ich jetzt Feierabend. 

Und deshalb gab es auf der Heimfahrt dieses Lied in einer Lautstärke mit angerenzender Sicherheit >85db.


Herr Dr. Schwein! Das ist glaube ich nichts für dich.

Freitag, 1. Juni 2018

Freitag


Mein Standartspruch war immer: Wenn bei drei Kindern zwei wohl geraten, dann hat man immerhin 2/3 gut durchs Leben gebracht. Cooler Spruch, scheiß Situation, wenn es dann wirklich so passiert. Die Große macht Probleme. Die Große hat irgendwie immer Probleme gemacht. Sie ist zu dünn. Sie sieht sehr schlecht aus. Ich habe die Magersucht selbst durchgemacht. Und ja, ich weiß, dass man als Familie Schwierigkeiten hat, da einen Zugang zu bekommen. Ich werde es über den Freund versuchen. Werde mir etwas einfallen lassen.

Die ganze Familie macht sich Sorgen. Gut. Ich bin mal wieder am Start. Aber so ist das.

Was war sonst so:

Schmerzfrei, weil die Medizin hilft. Ruhe vor dem Sturm. Und dann mal sehen, was so kommt. 

Ich hatte heute so einen fucking Alptraum zwischen 16.00 und 18.50 Uhr. Fuck you all.