Donnerstag, 31. Mai 2018

Donnerstag


Wie immer, wenn ich aus dem Urlaub komme, vermisse ich etwas. Zum zweiten Mal ist es meine Sonnenbrille. Sonnenbrillen scheinen einfach nicht freiwillig bei mir bleiben zu wollen. Und jedes Mal sind es nicht irgendwelche Sonnenbrillen. Nein, sie waren teuer und waren gut. Auch nach gründlicher Recherche, finde ich sie nicht. Dann ist das so.

Viel schlimmer aber, und das wird mir so ganz nebenbei bewusst, mein Gehirnwartungsexperte ist auch fort. Nach mehrmaligem Rufen, öffnen sämtlicher Gedankenschubladen, bitten und betteln, er ist einfach weg. Ich überlege, wo ich ihn vergessen habe. Ist der etwas noch in Italien, oder gar nicht mitgefahren?

Keine Ahnung, er ist wie vom Erdboden verschluckt.

Für einen kurzen Moment kommt Panik auf, dann beruhige ich mich wieder und denke, vielleicht ist es gerade gut so wie es ist, und ich benötige ihn nicht.

Heute parkt das erste Mal mein Auto vor der Tür. Mein Sohn hat ihn mir heute endlich überlassen und ich finde, schwarz steht mir verdammt gut.

In diesem Sinne. 


Mittwoch, 30. Mai 2018

Mittwoch

Kaffee erreicht Stellen, da kommt Motivation gar nicht erst hin.

Also Kaffee trinken.
Weiter arbeiten.

Sehr langweilig gerade das.

Dienstag, 29. Mai 2018

Dienstag


Ich wollte auf jeden Fall den Sommer in der neuen Wohnung erleben. Jetzt ist er da und ich habe beschlossen, auch weiterhin hier zu leben. Die Einsamkeit nach getaner Arbeit macht mich zufrieden.

Heute erstes Arbeitsmeeting mit meinem „Lieblingschef“.

„Und Zucker, was macht Frankreich?“
„Frankreich arbeitet.“
„Und wann kommt er?“
„Wieso fragst du mich das immer?“
Seine Hände streicheln über meinen Rücken und er lächelt mich an.
„Ich habe heute den Firmenwagen aus der Werkstatt geholt.“
„Und?“
„Man setzt sich rein, und weiß genau, dass du ihn gefahren bist. Er riecht nach dir.“
„Ach was.“ Ich muss mir ein Lachen verkneifen.
„Sag mal, Chef, ist sie immer noch so eifersüchtig?“
„Naja, seit sie von Frankreich weiß, nicht mehr ganz so stark.“
„Dann sag ihr, dass Frankreich keinen Platz bei mir finden wird.“
„Was?“

„Ich fühle mich so wohl alleine, ich brauche keinen Mann zum Kochen, Essen, Putzen. Ich will nur meine Ruhe. Wo streichelst du mir eigentlich den Rücken, wenn sie eingezogen ist?“
„Keine Ahnung. Schaun wir mal.“


Das wird ein Spaß. 


Montag, 28. Mai 2018

Montag


Wenn ich eins nicht mag, dann wenn man mich per WhatsApp anschreibt, weil man etwas von mir will, sich aber sonst Jahre nicht meldet. Kurz und knapp abgehakt. Ich texte eh nicht mit Toastbroten.

Was war sonst so.

Ich war heute alleine im Service. Es war heiß und die Suppe lief mir zwischen die Brüste bis zum Bauchnabel runter. Ich habe Heimweh. Nach den Bergen, meiner alten Tante und albanischer Sprache. Es dauert immer so lange, bis ich mich wieder eingewöhnt habe. Und ich habe Lust.

Und wussten sie, dass es einen § in Kanada gibt, der besagt, dass wenn die Vorhänge nicht zugezogen sind, oder die Rollläden nicht heruntergelassen sind, darf sich in Winnipeg niemand nackt in seinem eigenen Hause bewegen. 




Sonntag, 27. Mai 2018

Sonntag


Der Moment, an dem der Wecker klingelt, an einem Sonntagmorgen, weil man zu einer griechisch orthodoxen  Taufe muss. Dieser Moment ist eigentlich nicht schlimm, es sei denn, man hatte nur sieben Stunden Schlaf.

Ich bin die einzige Deutsche Person. Umgeben von Serben und Italienern. Und fühle mich wohl. Familie.

Eigentlich ist es nicht schwer, Integration zu schreiben und auch zu leben. Man muss sich nur darauf einlassen und sich in den unterschiedlichen Kulturen Freiraum gewähren. Würde ich mit diesen Menschen dauernd leben müssen, wäre ich vermutlich nach zwei Wochen Alkoholiker. Die können echt was vertragen und trinken einen selbstgebrannten Schnaps wie wir unseren heißgeliebten deutschen Kaffee.

Aber ich bin einfach nur integriertes Mitglied und vertrete den Gatten. Und somit bin ich in dieser Blase geschützt. Und allein die Gewissheit, dass sie mich kennen, gibt mir einen besonderen Schutz in diesem Land. Verrückt.

Und wir tanzen „Gruzanka“ und Probleme werden auf Morgen verschoben.

Und ich bin froh, dass meine Gedanken ganz alleine meine Gedanken sind, und niemand weiß, was ich letzte Nacht geträumt habe. 

Ich werde jetzt noch die Leichen im Keller umbetten und dann schlafen gehen. 

Samstag, 26. Mai 2018

Samstag


Ich rufe meine „MetallicaliebendeTante“ an um zu wissen wie es ihr geht. Sie hat jetzt das ganze Programm vor sich und ich biete ihr an, wenn ihr alles zu viel wird, dann soll sie mich besuchen kommen. Einfach so.

Morgen muss ich auf eine Taufe. Ich habe eine falsche Karte gekauft. Scheiß deutsche Sprache. Ich kaufe eine Karte für eine Geburt. Ich werde sie morgen umsteylen.

Ich möchte fliegen. Fliegen über Berge und durch Wolken. Ich bin immer noch müde von der Fahrt. Ich möchte zurück. Ich liebe die Natur. Die Tante hat mir das kleine Bauernhaus in den Bergen vererbt. Es ist einfach. Einfach schön. Strom und Wasser gibt es. Keine Toilette. Dafür einen Kamin. Und niemand weit und breit. Geil.


Freitag, 25. Mai 2018

Freitag


Ich hatte einen Tag, um das lange schwarze Kleid an den Schrank zu hängen, um es später noch einmal kurz über zu bügeln. Die Zeremonie läuft immer nach dem gleichen Schema ab.

Als mich die ersten Angehörigen entdecken, kommen sie zu mir und begrüßen mich auf ganz typische Weise. Die Männer in schwarzen Sonnenbrillen passend zu schwarzen Anzügen gekleidet reichen mir ihre Ringbehaftete Hand und geben mir einen angedeuteten Kuss links und rechts. Die Frauen umarmen mich und führen mit der rechten Hand ein Kruzifix, küssen ihre Ketten und lächeln mich an. Danach folgt das ganze Dorf dem Sarg bis zum Friedhof und ich bin froh, als der Spuk vorbei ist und ich den Urlaub beginnen kann. Allein der Weg dorthin kostet mich 2kg, weil er so steil und lang ist. Berge halt.

Heute haben Püppi und ich den Leihwagen gesäubert und zurück gebracht. Ich bin angekommen, bemerke allerdings, dass sich der Abbruch meiner Schmerztherapie jetzt bemerkbar macht, was natürlich nicht verwunderlich ist, dennoch notwendig, weil ich unmöglich damit durch Teile Europas fahren konnte. Mal abgesehen davon, dass der Hund auf dem Hintersitz schon grenzwertig war.

Wenn ich an den bevorstehenden Alltag denke, wird mir schlecht. Ich bin noch so im tiefenentspannten Naturruhemodus, dass ich mir ein Lachen über die Deutschen Perfektionisten kaum verkneifen kann.

Tipp für alle, die in das Land der Zitronen und Olivenbäume fahren möchten. Passen sie sich einfach dem Fahrstil der Einheimischen an, dann werden sie es lieben, dort Auto zu fahren. 

Rechts vor links: Nope
Durchgezogene Linien: sind dafür da, um Überholmanöver zu starten
Anschnallpflicht: Nö
Und immer schön die Fenster runter, laute Musik und sich den seichten warmen Wind durchs Hirn flattern lassen.

Donnerstag, 24. Mai 2018

Donnerstag


Der Moment, an dem man entscheidet einen Tag früher als geplant zu fahren, kann sehr schwierig sein. Das Wetter hatte sich leider zum Schlechten geändert und so machten wir uns gestern Morgen um fünf Uhr auf den Weg in den Norden. Geplant waren zwei Tage Fahrt. Doch Planen heißt bei uns nicht Planen, sondern einfach drauf los.

Ich fuhr 1000 km am Stück. Und so waren wir schon gegen 18.00Uhr in Österreich, mit Unwetter und Gewitter und somit ging unser Plan nicht auf. Keine Übernachtung, wir fahren durch. Der größte Wirtschaftsmarkt und Handel befindet sich auf unseren Autobahnen. Unglaublich, wie viele LKWs sich dort tummeln. Man sollte jedem LKW Fahrer einen Orden verleihen, nicht weil sie einfach so die Spur wechseln, sondern weil sie auf der Autobahn leben.

Um 2.00 Uhr in der Nacht erreichen wir die Sauerlandlinie. Püppi ist fertig und pennt. Ich fahre die letzte Raststätte an, rauche mir einen Zigarette, sortiere meine Knochen und hole mir einen Kaffee. Noch 100km und ich weiß, diese 100 km werden mich so was von auseinandernehmen, was 1900 km nicht geschafft haben.

Die weiße Lady darf noch einmal pinkeln und ich hänge mich an einen LKW, der mir Licht spendet. Um 3.00 Uhr schließen wir die Türe auf, und gehen schlafen.

Die Seele ist noch unterwegs. Ich bin noch nicht richtig angekommen. Weiß aber jetzt , dass ein Ford Mondeo für solche Strecken äußerst ungeeignet ist.   

Wir sind in den letzten 12 Tagen insgesamt 5893 km gefahren und ich muss wieder Deutsch lernen.

Und bin wirklich erstaunt darüber, wie sehr sich ein Hund anpasst, wenn er inmitten seiner Liebsten ist. Hätte ich nicht gewusst, dass die weiße Lady hinter mir angeschnallt liegt, wäre mir das gar nicht aufgefallen.

Wieder daheim. 

Mittwoch, 9. Mai 2018

Mittwoch


Letzter Arbeitstag. Ich bin das erste Mal, seit neun Jahren, extrem entspannt. Nicht so wie sonst. Morgen werde ich noch die wichtigsten Dinge zu meinem RA des Vertrauens bringen, für den Fall der Fälle. Der Pate kommt nach. Ich hoffe, dass meine Wohnung unbeschadet bleibt. Aber ich denke schon. Ich glaube, ich werde mit Püppi die Autofahrt ziemlich entspannt rocken. Sie hat den Wagen schon eingefahren. Die weiße Lady wird kein Problem sein, eher die Zigeuner und die tausend Asylanten. Wir müssen etwas aufpassen. Aber sobald wir in der ersten Etappe das Hotel erreicht haben, wird es besser.

Ich kenne die Strecke besser als den Inhalt meiner Handtasche. Und die Sprache sowieso. Abenteuerurlaub.

Und wenn wir angekommen sind, dann sind wir im Paradies. Das Essen ist eine Wucht. Und meine kleine niedliche Tante weiht mich mit Öl ein und massiert mir den Rücken. Und wir schauen „REX“ auf Italienisch und trinken Martini.

Und morgens geht die Sonne in meinem Schlafzimmer auf, blinzelt durch die Holzlamellen und der Raum leuchtet in einem Kobaltblau. Und dann schaue ich raus und kann ganz weit unten das Ionische Meer sehen.

Ich werde den Kamin in der Küche heizen und einen Kaffee machen. Die weiße Lady wird sich in dem großen Haus wieder zurechtfinden und zwischen meinen Beinen herumwuseln, und Püppi und ich werden frühstücken und dann ans Meer fahren.

Was ich damit eigentlich sagen möchte: Ich nehme jeden Tag mit, so wie er ist und werde alles bis zum bitteren Ende in vollen Zügen genießen.

Alles andere hat einfach keinen Wert. Zwischen zwei Welten. Bischendazwischenhalt.


Dienstag, 8. Mai 2018

Dienstag


Als ich den Firmenwagen, zwecks Übergabe, ausräumte und säuberte, hinterließ ich ein kleines Andenken. Ich sprühte mein intensives Parfum unter und auf die Sitze. Das wird die nie wieder los.Das habe ich mit Bedacht extra gemacht, weil das Toastbrot ja eh schon so eifersüchtig auf mich reagiert und da dachte ich, hey, ich bin noch da.

Und dann sitzt er da, hat wieder das doppelte von dem zugenommen, was er vor einem halben Jahr abgenommen hat, und erzählt mir, dass schon wieder ein Kunde abgesprungen ist. Und mein Gefühl sagt mir, dass er das herbeiführt. Einfach, weil er keine Lust mehr hat. Und ich werde nicht mehr all zu lange in meinem Hauptjob arbeiten, weil ich auch keine Lust mehr habe, die Nanny zu spielen für diesen ganzen kaufmännischen Scheiß. Der lässt mich das Toastbrot einarbeiten und dann wird er mich aussetzen, wie man Hunde aussetzt, wenn man in den Urlaub fährt.

Was war noch:

Ich habe tierische Kopfschmerzen. Der Franzose ist einfach zu weit weg, um irgendetwas dazu zu sagen.
Ich verabschiede mich am Freitag für zwei Wochen. Ohne Handy, ohne Internet, einfach ab in die bunten Farben eines Entwicklungslandes. Mit Tochter und Hund. Nach Absprache mit meinem Hautarzt darf ich meinen Vitamin D Haushalt vorsichtig auffrischen und endlich den Porzellantaint etwas verdunkeln.

Ach was, ich habe ja nix zu verlieren.

Heute die schockierende Diagnose, dass meine „Metallica“ liebende Tante jetzt auch dem Krebs ungewollt einen Entwicklungsraum in ihrer Brust gesponsert hat.

Da stellt sich mir echt die Frage, haben wir echt jetzt was zu verlieren, wenn wir nur noch so leben wie wir wollen?
Aber ich mache das ja sowieso schon.

Schmutzig, geil, Scheiß-egal-Einstellung, und immer wieder gerne.

Montag, 7. Mai 2018

Montag


Dass ich nicht mehr losfuhr, weil ich mich tatsächlich kaum bewegen konnte, veranlasste gefühlte Dreißig nach einmaliger Frage, seinerseits, zu mir zu kommen, obwohl ich kurz vorm Einschlafen war. Ich öffnete ihm leise die Tür, wir lächelten uns an und danach wirkte meine Medizin.

„Komm“, sagte er, „wir gehen schlafen.“
„Ja.“

Die Nacht war so irreal, fast wie Dalis gezeichnete Träume. Ich spürte immer wieder im Halbschlaf seine Hände an meinem Rücken, meinem Po, wie sie meine Wirbelsäule entlang fuhren, jeden einzelnen Wirbel nachzeichneten, bis wir uns wieder umdrehten und eine andere Stellung einnahmen. Ich wurde durch seinen Atem geweckt, das Kitzeln seiner Haare an meinem Hals, drückte mich an seinen Oberschenkel und meine Fingernägel strichen über seine Oberarme. Unsere Füße berührten sich im Wechsel, schließlich trank er ein Schluck Wasser und bot mir auch etwas an. Meine Kehle war so trocken von meiner Medizin, dass ich gar nicht mehr aufhören wollte zu trinken.

Eigentlich wollte ich mit nichts aufhören. Ich wollte die Zeit anhalten, die Nacht sollte einfach stehen bleiben und in ihrer geheimnisvollen Dunkelheit, die es möglich machte, dass zwei Menschen, die sich nun schon so lange kennen, endlich ganz und gar aufeinander ein lassen, sodass selbst das Küssen zu einer außerordentlichen Erfahrung wird.

Und erst als alle Brührungen in erstes Vogelgezwitscher übergehen, steht er auf, geht ins Bad, ich öffne ihm die Türe und er verschwindet leise und schweigsam.

Ich lege mich wieder hin und für einen kurzen Moment denke ich, dass ich alles nur geträumt habe. 


Sonntag, 6. Mai 2018

Sonntag


Nichts ahnend stolpere ich heute in eine Doppelschicht ohne Pause. Ich Schäfchen. Dieser Sonntag streicht mir nun automatisch die Woche nach meinem Geschmack. Die Knochen muss ich mir zusammensuchen, die Augen sind schwer, gefühlte Dreißig bekommt eine Absage, und überhaupt.

Gestern fahre ich den neuen, nein, meinen neuen Wagen ein. Ganz nach meinem Geschmack. Sohnemann ruft mich an und meint, mein Auto wäre da. Und das ist mein Auto. Er hätte alles mit seinem Vater geklärt, ich bekomme ihn. Schickes Teil. Das.

Gerettet werde ich gerade von meiner persönlichen 53 qm Wohnung, ganz für mich allein.
Das einzige was ich durch mein geöffnetes Küchenfenster höre sind Krankenwagen und Polizei. Großstadt halt, aber das ist ok.

Und tief im Inneren bin ich froh, dass ich nicht wie Olga mit Strahlentherapie kämpfen muss,
der Hautkrebs schlummert, die Blutwerte sind im grünen Bereich, und überhaupt.

Wenn man das Gras wachsen hört, sollte man sich einen Psychologen gönnen.
Ansonsten: sei nicht sauer.




Donnerstag, 3. Mai 2018

Donnerstag


Die Woche läuft genau nach meinem Geschmack. Morgen Homeoffice, dann kann ich mir den Sprit sparen, morgen Abend ein Konzert in einer übersichtlichen Lokation mit dem Exnachbarn mit dem französischem Akzent. Ich werde abgeholt.

Heute Versuch Nummer vier meines Gatten, mit dem Motto, wie kriege ich sie dazu, wieder zurück zu kommen:

„Also ich bin so vergesslich geworden, ich muss mir jetzt ALLES notieren. Ich glaube ich bekomme Alzheimer.“

„Och ne, bitte nicht, weißt du was das bedeuten würde?“
„ Dann musst du mich pflegen und wieder zurück kommen.“
„Ne, erst einmal fahren wir zu einem Arzt für die endgültige Diagnose.“
Ich verkneife mir ein Lachen.

„Nein, zu einem Arzt möchte ich nicht.“
„Ok, dann keine Diagnose, kein Alzheimer, dann mach dir bitte weiterhin Notizen, damit du nichts vergisst. Das muss ich übrigens auch machen.“

Das sind die Dialoge, die das Leben in einer unaufhaltsamen Ironie witzig gestalten.

Bin mal sehr gespannt, was er sich als nächstes einfallen lässt.

Nachdem die Große auch wieder nachfragte, ob ich mir das jetzt überlegt hätte, zurück zu kommen, erwiderte ich:“ Schatz, wenn meine Blumen in der Wohnung verblüht sind, komme ich zurück.“

Ich kaufe mir jede Woche frische  Blumen. Das habe ich ihr nicht mitgeteilt. Sie muss ja nicht alles wissen.

Willkommen im Theater Leben. Mitten drin.

Meine türkische Freundin hat mir Humus vom Araber besorgt.

„Musst du machen mit ein bisschen Olivenöl, einer kleingeschnittenen Olive und einem Basilikumblättchen. Und dann essen du mit Fladenbrot oder Baguette.“

Perfekt. Das bereite ich mir jetzt zum Abend.  


Mittwoch, 2. Mai 2018

Mittwoch


Es war ja nur eine Frage der Zeit. Sohnemann möchte sein Auto zurück. Der Gatte fragt erst ganz nebenbei, was es neues gibt, ich verneine, es gibt nichts neues, dann sagt er, er hätte echt Angst um das neue Auto und möchte es mir nicht geben.

Im Kindergarten wäre ich wohl besser aufgehoben.

„Ok, dann stell mal alle deine Autos in eine Garage bis sie in fünfzig Jahren zu Oldtimern geworden sind. Ich besorge mir dann eben ein Neues, denn meinen Wagen kann ich nicht mehr fahren, den habt ihr ja, während ich  den abgezahlt habe, ordentlich geschrottet.“

Ich muss mir etwas einfallen lassen.

Das habe ich in all den Jahren gelernt, die Probleme alleine zu lösen, obwohl ich mir auch mal gewünscht hätte, jemanden an meiner Seite zu haben, der sein Wort hält und mich nicht andauernd ins offene Messer laufen lässt. Jetzt ist es zu spät, weil ich das Vertrauen verloren habe.

Brötchen verdienen war heute anstrengend. Möchte mich jedoch nicht beklagen, weil es morgen viel schlimmer wird. Der Gatte setzt mich morgen wieder alleine ein, plus  Biergarten. Hoffentlich regnet es morgen in Strömen. Wie soll ich das sonst schaffen?

Ich hätte jetzt Lust auf Krawall. Ich würde gerne einfach nur draufhauen auf diese arroganten italienischen Machos. Einfach so. 



Herr Dr. Schwein attencion please.