Samstag, 30. Dezember 2017

Samstag

Heute habe ich mich entschieden. Während Monsieur Francaise mit mir zusammen eine Pasta zaubert, nimmt er mich in den Arm und meint:“ Wir müssen reden.“
Ok, denke ich mir, dann reden wir. Das Gespräch ist sanft. Es geht um die Wohnung. Ich wäre bereit gewesen, ihm die Wohnung zu überlassen, damit er einen Start in Deutschland hat, der nicht ganz so kompliziert ist. Und während wir reden, nimmt das Gespräch eine für mich ungewohnte Wende. „ Es ist deine Wohnung, und es geht in erster Linie um dich. Du musst ganz allein für dich entscheiden. Ich werde so oder so nach Deutschland zu dir kommen, jedoch alles was du entscheidest, machst du für dich. Willst du die Wohnung?“

Ich möchte so gerne diese Wohnung. Auch wenn es finanziell schwer wird, alles andere wird entschädigt. Ich brauche Ruhe, ich muss mich wieder finden. Ich muss meine Borderlinestörung in den Griff kriegen, das geht nur, wenn ich nicht unter Stress gerate.

Im neuen Jahr rufe ich die Vermieterin an und wir werden den Mietvertrag schreiben. Unterschreiben.

Dieses Mal springe ich vom Zehn Meter Turm ins kalte Wasser. Ich werde vorher tief durchatmen.

2017 war ein gutes Jahr. Keine Frage. Auch wenn ich mehr gearbeitet habe, als ich verdient habe. Es war besonders.

Heute schreibt mich gefühlte dreißig an. Er ist wieder in meinen Ort zurück gezogen, es lief nicht so gut mit der Frau. Wann ich Zeit hätte.

Sobald ich alles geregelt habe, werde ich ihm reinen Wein einschenken.

Und morgen wird Silvester nachgeholt, in meiner Stadt, statt Paris vor 26 Jahren. Und es ist für mich etwas ganz besonderes. Montag werde ich ihn zum Flughafen fahren und dann ein neues Leben beginnen. Es wird spannend.

Ich wünsche euch allen einen wirklich guten, gesunden, geilen und speziellen Rutsch ins neue Jahr.


Wir lesen uns. 

Donnerstag, 28. Dezember 2017

Donnerstag

Ich höre auf zu planen. Planen wird überflüssig. Es geht irgendwie alles seinen Weg.
Mir fehlen die Worte für die gerade gelebte Gegenwart mit diesem Menschen. Es gibt keine Worte.

Ich dachte immer, es ist zu spät. Aber gerade weiß ich, dass es genau jetzt ist.
Und das Detail gehört mir. Mir ganz allein. Weil es so jungfräulich ist.

Die Sonne sinkt, der Mond geht auf. Und ich weiß, es wird ein schöner Tag, weil ich ihn zu einem schönen Tag mache.

Morgen also Außendienst. Ich liebe meine Außendienste.


Ach und wussten sie: Es gibt einen § in North Dakota, der besagt, dass Bier und Brezeln nicht zur selben Zeit in einem Restaurant serviert werden dürfen, weil daran sollen sich schon Präsidenten verschluckt haben. ( Wie das wohl die Bayern finden;-))

Ich habe heute nichts versäumt. 


Mittwoch, 27. Dezember 2017

Mittwoch

Ich liebe.

Ich hatte den Tag gut geplant. Um kurz vor Acht verließ ich mit Helm, und anderer PSP und Computer das Haus. Außendienst.

Um Acht stand ich  bei Anna mit Brötchen vor der Türe. Alles war dunkel. Draußen stand ich bei 5° und sah mich schon in der kalten Gruft die Zeit tot schlagen, als plötzlich die Tür aufging und Anna im Polter mich in den Arm nahm. „Ich habe dich vergessen, Süße.“

„Soll ich fahren?“
„Nein, komm rein und bereite schon mal das Frühstück vor.“

Ich bin so aufgeregt, dass ich mir von Anna eine Immodium Akut einwerfe. Shit.

Um elf fahre ich zum Flughafen.

Als ich ankomme, ist die Maschine gerade im Landeflug.

Keine Lust auf eine Selbstgedrehte. Ich warte.

Mein Handy klingelt. Es ist Monsieur. „Wo sind sie Frau Würfelzucker?“

„Oh, ich stehe an Gate 4 bei ihrer Ankunft, Monsieur A.

„Ah ok, ich bin noch in der Gepäckannahme.“

Er muss jetzt jeden Moment kommen. Ich schaue, schaue, schaue.

Ich erkenne ihn nicht. Ich nehme meine Brille ab, ich schaue, er kommt nicht, bis er plötzlich neben mir steht, und ich denke, fuck, an einem Flughaben wirkt der echt klein.

Nachdem ich nach gefühlten drei Stunden mein Auto im Parkdeck gefunden habe, fahren wir los, kaufen ein, beziehen die Wohnung und dann ist alles gut. Monsieur wird wieder größer. Ich entspanne mich und wir haben einen schönen Tag.

Ich merke an so einem Tag, wie verpeilt ich eigentlich bin. Und er, er ist einfach so spezial.


Gerettet hat mich eine Paracethamol 500, als ich zu Hause bin. Der Kopfschmerz war kaum zu ertragen. Aber das war ganz allein mein Problem. 

Samstag, 23. Dezember 2017

Samstag

Liste ist abgearbeitet.
Da bleibt mir nur noch eins:

Ich wünsche allen meinen Lesern ein stressfreies und lustiges und schönes und lässiges Fest.



In diesem Sinne, bis bald.

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Donnerstag

20:00 Uhr : Mutter ruft an.

„Hallo Mama, wie schaut es aus?“
„Kind, brauchst du noch was für den 1. Weihnachtstag?
„Nö. Ich werde Samstag alles noch besorgen.“
„Vielleicht eine Tischdecke?“
„Hm, wenn ihr darauf Wert legt, dann ja.“
„Ok, ich habe eine. Hast du schon einen Baum?“
„Nein. Werde ich morgen Nachmittag besorgen.“
„Suche einen schönen aus.“
„Mama, du weißt doch ich steh auf klein und dick.“

Meine Mutter fängt laut an zu lachen.

„Mama, wir reden gerade nicht von Männern, sondern von einem Weihnachtsbaum.“


Ich muss mir unbedingt noch eine Liste schreiben, sonst wird es ein absolutes Chaos werden. 

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Mittwoch

Wäre der Chef nicht mein Jugendfreund, bester Freund, hätte er diesen Tag vermutlich nicht erlebt.

Und weil er mich gut kennt, sehr gut kennt, folgte nach seinem unnützen Ausbruch schließlich eine Entschuldigung. Das ist völlig ok.

Doch noch alles geschafft, was terminlich auf der schwarzen Liste steht.

Und das heißt, am Freitag wird mit der Azubine im Büro Bescherung gemacht. Und dann klappe ich den Laptop zu und genehmige mir eine Massage bei Olga, besuche Anna und verlasse gedanklich den Hauptjob.

Ich werde Samstag das letzte Weihnachtsgeschenk besorgen. Und hoffe in der Liste der „LetztbesorgtenWeihnachtsgeschenkegenau24StundenvorHeiligabend“ endlich nach oben zu rutschen.

Wussten sie, dass es ein Gesetz (§) in Kalifornien gibt, das besagt:
Bis zu 500 US-Dollar müssen gezahlt werden, wer innerhalb der Stadtgrenzen von Chico einen Nuklearsprengkörper zur Detonation bringt.


Bäm!



Dienstag, 19. Dezember 2017

Dienstag

Kein guter Tag. Was fällt mir dazu ein:


  • Es ist mir gerade echt egal, ob ich alle Weihnachtsgeschenke zusammen habe.
  • Diese unnötigen Zusatzaufgaben kotzen mich an, und ich weiß, dass ich sie nicht mehr vor Jahresende erledigen kann UND WILL.
  • Es fühlt sich gerade nach Limit an.
  • Ein Lottogewinn kann mich auch nicht retten.
  • Es gibt nur zwei Möglichkeiten, entweder ich rocke das oder ich hau das Leben in den Sack.
  • Freitag ist Vampirtermin. Ich ahne nix gutes. Aber so langsam ist mir das auch scheiß egal.
  • Mein Gehirnwartungsexperte ist total ok. (Er ist der einzige, für den ich ein Weihnachtsgeschenk habe)
  • Mein Sohn bekommt Kohle.
  • Unglücklich sein fühlt sich irgendwie nicht schön an.
  • Habe heut gegoogelt, ob es ein Leben nach dem Tod gibt.
  • Verzweifelung kratzt an der Tür, aber ich bin ein Widder, und habe Hörner.
  • Leben fick dich. 
  • Wechseljahre: Ihr könnt mich auch mal ganz bewusst am ....und so weiter und so fort. (Das Schwitzen bringt mich noch um)


Sonntag, 17. Dezember 2017

Sonntag

Auf die Frage meines Vaters, was ich mir für 2018 wünsche.

Habe ich keine Antwort, weil ich weiß, was er nicht weiß. Ich wünsche mir, zu überleben. Diese beschissene Krankheit in den Griff zu kriegen. Alles andere ist mir derzeit ziemlich egal.

To do List:

  • Ich überlege Karten für das Bollock Brother Konzert in Coesfeld zu buchen.
  • Ich habe immer noch nicht alle Weihnachtsgeschenke zusammen.
  • Ich habe da noch ein Energiegetränk im Kühlschrank, das ich unbedingt probieren muss, wenn ich komplett out of order bin. (Aber bin ich überhaupt noch in der Lage das zu entscheiden?)
  • Ich muss bis nächste Woche gesund bleiben.
  • Mein Gehirnwartungsexperte benötigt dringend neue Anforderungen.
  • Angst kompensieren.
  • Dem Nachbarn mit dem französischen Akzent noch mal verdeutlichen, dass leidenschaftliche Küsse nicht meinen Küssen entsprechen. Zumindest nicht bei ihm.
  • Schwangerschaftstest durchführen. (Sicherheitshalber)
  • Dieses scheiss Leben nicht zu ernst nehmen.
Irgendwann mal ankommen.

Wussten Sie, dass das Leben manchmal ziemlich gefährlich sein kann, wenn man es mal so gar nicht vermutet? Das ist kein §. Das ist Realität.

Samstag, 16. Dezember 2017

Samstag

Die letzte Woche war anstrengend. Nächste Woche habe ich meinen Urlaub zwecks Zusatzauftrag verlegt. Gestern in beiden Jobs präsent gewesen und am Abend, nach 15 Stunden dann nur noch out of order.

Heute bis 14.00 Uhr geschlafen. Knochenschmerzen verlangen ihren Tribut. Ich stehe auf, koche mir einen Kaffee, frühstücke und bin orientierungslos. Der rechte Arm macht Probleme. Ich beschließe den Termin mit Mutter abzusagen, und genehmige mir meine persönliche Medikation. Einen Saustall völlig stoned zu entsorgen und zu säubern ist ja mal eine wirklich entspannte Sache. Der Nachbar mit dem französischen Akzent fährt für mich einkaufen, weil ich nicht fahren darf und nicht kann.

Und jetzt sind die Schmerzen fort. Ich bin allein. Ruhe. So muss das sein.

Noch elf Tage.

Und dann gibt es da noch die Sprache der Juristen:

! Margarine im Sinne dieser Leitsätze ist Margarine im Sinne des Margarinengesetzes.!
(Dieses findet man im Deutschen Lebensmittelbuch)


Ich habe gerade Spaß. Und ich brauche jetzt Luftschokolade, die mir der Nachbar natürlich auch mitgebracht hat. Jetzt.

Und ich höre natürlich die Bollock Brothers, The big Fella. Was sonst.

Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mittwoch

Körperliche Arbeit ist anstrengend, und ich ziehe meinen Hut vor Menschen, die Tag täglich richtig malochen. Geistige Arbeit ist auch anstrengend, und wenn ich die Wahl hätte, würde ich die körperliche Arbeit vorziehen. Leider ist diese in der Regel absolut unterbezahlt. Die Welt will Gehirne.

Nun hopse ich ja zwischen beiden Typenarbeiten hin und her. Und gestern habe ich mit geistiger Arbeit mal so richtig den schwarzen Peter gezogen.

Zehn Stunden. Davon vier Stunden unangenehme nicht wirklich konstruktive Gespräche, weil Unwissenheit den Raum mit stehender Luft füllte.

Um 19.00 Uhr kam ich nach Hause. Rettung kam vom Nachbarn mit dem französischen Akzent. Er fuhr für mich einkaufen und redete kein Wort mehr mit mir. Ich konnte auch nicht mehr reden, geschweige denn zuhören.

Heute Morgen fuhr ich ziemlich angespannt zum Chef. Wenn ein Würfelzucker angespannt ist, sollte man es nicht herausfordern. Lange Rede, kurzer Sinn. Ich verweigerte mich, nachdem meine Arbeitsanweisung nun zum dritten Mal umgestellt werden sollte.

„Du fährst am besten gleich noch mal hin und klärst das.“
„Nein. Ich fahre ins Büro. Die Terminierung lässt diesen politischen Scheiß nicht zu.“
„Du musst dahin fahren.“
„Nein, ich muss gar nichts. Ich drehe mir jetzt eine Zigarette, du liest meine Ausführungen und danach reden wir.“

Ich verlasse den Raum und rauche mir eine Zigarette auf der Terrasse.

Er kommt nach. Stille. Wir schauen uns nicht Mal an.

Wir gehen wieder rein.

„Ok, ich habe deine Ausführungen gelesen. Fahr ins Büro und arbeite weiter daran.“

Und das habe ich getan. Und am Nachmittag haben wir uns gemeinsam zusammengesetzt und Ziel führend endlich einen Nenner gefunden.

Das kostet Kraft, aber am Ende lohnt es sich. Ich weiß, dass er verdammt gut ist. Und dass wir uns ergänzen, und ich weiß auch, dass es verdammt grenzwertig ist, seinem Vorgesetzten zu widersprechen. Und ich warne ihn vor diesem mir unsympathischen Menschen, weil er weiß, dass ich nicht nur den Menschen nach Fachwissen beurteilen kann. Aber manchmal muss man Grenzen überschreiten.


Würfelzucker feats gnadenlose Arroganz mit absoluter Ahnungslosigkeit. SAG MAL KANNST DU DIR MAL BITTE DEINE FRESSE POLIEREN.

Noch vierzehn Tage. !PRIVAT! Da könnt ihr mich alle mal.




Montag, 11. Dezember 2017

Montag

Morgen ist der letzte wirklich anstrengende Arbeitstag, danach habe ich die Möglichkeit, mir meine Zeiten selbst einzuteilen. Stress löst bei mir diesen ganzen Scheiß aus. Ich weiß das. Und dann träume ich von meinen Baustellen, und plötzlich lösen sich alle Absperrkonstruktionen und ich fahre mitten in die Tiefen und falle und falle und falle.

Heute war ein guter Tag. Nach der Arbeit lädt mich der Nachbar mit dem französischen Akzent ein, und nimmt mich einfach nur in den Arm. Massiert ein bisschen den Rücken und wir führen ein gutes Gespräch.

Am Abend ruft der Chef an. Ich erzähle ihm von dem ganzen Zeugs, das über mich eigenständig gelaufen ist, in der letzten Woche, und er ist zufrieden.

„Zucker, ich kann mich irgendwie immer auf dich verlassen.“
„Ja. Wie wäre es mit einer Gehaltserhöhung?“
Ich muss lachen, gleich nachdem ich diese Frage stelle.

Die neue Wohnung wartet auf mich.

Ich hätte noch gerne ein paar gute Jahre. Das werde ich mir zu Silvester wünschen.


Und Herr Dr. Martin Buber sagte einst: „Alt sein ist ein herrlich Ding, wenn man nicht verlernt hat, was Anfangen heißt.“

Sonntag, 10. Dezember 2017

Sonntag

Ich wäre heute eigentlich auf dem Geburtstag meiner kleinen süßen Nichte gewesen. Heute Morgen habe ich noch gearbeitet. Buchhaltung, online Banking. Kaffee. Zigarette. Alles war gut. Ich desinfizierte noch einmal die Wunden. Räumte auf. Hörte Musik. Um 14:30 Uhr nehme ich das Geschenk und schaufel das Auto frei vom Schnee. Die Schneeflocken machen mir nichts aus. Die Kälte spüre ich kaum. Ich fahre los.

Alles ist wie immer. Bis ich zur Schnellstraße gelange. Der Wagen will nicht so wie ich, bei Schnee und Glatteis. Der Arsch geht mir immer von links nach rechts, ich kann nicht vernünftig anfahren. Der Vordermann rutscht über die Straße. Im Norden kurz vor der B1 verlässt mich der Mut. Ich bekomme Panik. Ich fahre ins Industriegebiet, rufe meine Schwägerin an und teile ihr mit, dass ich wieder zurück fahre. Mein Herzschlag ist auf 300. Panik. Ich will nur noch zurück in meine Wohnung.

Mein Oberschenkel schmerzt.

Ich möchte niemanden sehen. Keine Gespräche führen. Ich bin erschöpft. Ich hasse diesen Zustand.

Am Abend ruft mich Mutter an. Ich war die einzige, die nicht gekommen ist. „Geht es dir gut?“
„Ja.“
„Wirklich?“
„Ja.“

Ich lüge. Am Telefon kann man lügen , auch wenn ich weiß, dass sie spürt, dass es nicht so ist.




Lange habe ich nicht mehr diese Panik gehabt. 

https://www.youtube.com/watch?v=oIz1YuoL8_w

Samstag, 9. Dezember 2017

Samstag

Ich bin erschöpft. Die Arbeit kotzt mich an, aber ich halte es durch. Ich schicke ihm eine Geschichte, die ich vor vielen Jahren schrieb. Er liest sie und versteht. Er schreibt mich an. „Du hast sie nicht einfach so geschrieben, oder?“
Und ich schreibe ihm die Wahrheit. „Ich schreibe mir die Geschichten ins Leben.“

„Wir haben Gesprächsbedarf.“
„Auf jeden Fall. Wenn du hier bist.“

„Ok. Freue mich drauf.“


Endlich jemand, der mich zu verstehen versucht. Endlich jemand, der mir ähnlich ist.

Und dann war da noch:

Nichts. Außer Arbeiten.


Und ein Lied wiedergefunden: DAS PASST:


https://www.youtube.com/watch?v=2ndfnpNsC8w

Edit: Rückfall.

Freitag, 8. Dezember 2017

Freitag

Die Woche war vom Adrenalingehalt wohl intensiver als Koksen.
Und ich bin froh, dass ich durch bin.

Olga schaut sich die Rückenmuskulatur an. „Zucker, was hast du gemacht?“
„Ich habe gearbeitet.“
„Fühlt sich nicht so schlimm an wie sonst. Was macht dein Blut?“
„Ja, im Moment alles im !Grünen! Pflanzen Bereich.“

„Sehr gut. Wir sollten uns wirklich mal einen Abend zusammen setzen.“
"Ok. Wann du willst."

Was war noch:

Die Maschine hat mich nicht aufgefressen.
Anna am Telefon abgesagt. Es schneite und ich war gerade geduscht und hatte einfach keine Lust mehr.
Mit Monsieur Francaise telefoniert. Inhalt schreibe ich nicht, weil mir es eh niemand glauben würde.

Ich muss morgen arbeiten. Ganz dünnes Eis. Herr Gatte.

Ich hatte heute den ganzen Tag Lust auf Sex.

Wussten sie, dass es in Kentucky einen § gibt, der besagt:


„ Alle Bienen, die über das Staatsgebiet von Kentucky flogen oder in den Bundesstaat einreisten, sollten bis 1948 ein Zertifikat bei sich führen, das zweifelsfrei ohne Nachweis, dass ihre Herkunft frei von ansteckenden oder infektiösen Krankheiten war.“



Edit: Gerade die weiße Lady ins weiße Wetter gelassen habe. Sie war eins mit dem weißen Garten. Schön.(Sie braucht keinen Nachweis)

Donnerstag, 7. Dezember 2017

Donnerstag

Im Hinterhof rauche ich mit meiner türkischen Freundin eine Zigarette, bevor der Laden geöffnet wird. Wir finden es beide zu kalt und überlegen in ein warmes Land auszuwandern.

Im 2. Obergeschoss geht das Küchenfenster auf und wir plaudern türkisch.

„Hey, Zucker, haben Weihnachtsgeschenk für dich. Warten. Schmeiße dir runter.“
„Für mich?“
Meine Freundin, neben mir lacht.
„Jaha, hab Geschenk für dich, Zucker.“
Sie schmeißt mir aus dem zweiten Stock eine Plastiktüte runter. Ich schnappe sie auf und wundere mich.
„Zucker, du wissen doch, wir feiern kein Weihnachten. Aber du. Haben dir das gekauft.“

Es ist ein Schal. Es ist ein schöner Schal. Ich bedanke mich und freue mich. Und ich wundere mich, warum sie an mich denkt.   

Was ist sonst noch passiert:

Ich muss morgen noch mal mich dieser großen Maschine stellen. Jedes mal wenn ich diesen Teil des Betriebs betrete, muss ich mich echt zusammenreißen. Das liegt zum einen an diesem monströsen Gerät, und zum anderen an der Tatsache, dass dort jemand arbeitet, bei dem ich vor einem Jahr schwach geworden bin, kurz nach einer Schulung. Leben.

Ich freue mich auf das Wochenende.

Mental und physisch geht es mir gut, auch wenn alles um mich herum gerade hustet, rumrotzt, und fast im Koma liegt.

Mein Firmenwagen leuchtet wieder und hat sich heute in einem Ölwechsel gesuld.


Farbe: anthrazit
Musik: Die Toten Hosen
Gemütszustand: stabil

Gedanken: Nur noch 20 Tage.




https://www.youtube.com/watch?v=cFpN0O0VQkU






Dienstag, 5. Dezember 2017

Dienstag

Chef: „Du musst mich morgen vertreten. Bin auf Lehrgang.“
Zucker:“ Wie jetzt? Du schickst mich nicht allen Ernstes in die Hölle!“
Chef:“ Doch. Deine Ausführungen sind ausgezeichnet. Du schaffst das.“
Zucker:“ Shit.“


Gehirnwartungsexperte!
„Ja.“
„Du musst morgen wachsam sein.“
„Na klar, Zucker.“
„Ich hasse große Maschinen.“
„Ich weiß.“
„Hilfst du mir?“
„Auf mich ist Verlass.“

Sollte ich mich ab morgen nicht mehr melden, habe ich fahrlässig eine Lichtschranke durchquert und werde mit einem Coil zusammen gebunden. Dann bin ich bestimmt mehr wert, als gerade in diesem Moment.

Wussten sie, dass es in Wyoming einen § gibt, der besagt, dass es im Juni verboten ist, einen Hasen zu fotografieren.


Was würde ich dafür geben, jetzt im Dezember einen Hasen in Wyoming zu fotografieren, als diese riesige Anlage, die mich absolut überfordern wird.

https://www.youtube.com/watch?v=9TyqtWUTj6M




Montag, 4. Dezember 2017

Montag

To do Liste Dezember:

-        es müssen noch alle Geschenke besorgt werden. (schiebe ich wie immer auf den letzten Drücker)
-        die große Wohnung muss hergerichtet werden, da sich dieses Jahr alle samt bei mir einfinden werden. (Wird eine große Party)
-        Auto tanken und zwei Lämpchen austauschen lassen. (wie immer ist der Benzinstand auf Reserve und die Birnen knallen pünktlich zur dunklen Jahreszeit durch)
-        Der Zusatzauftrag stresst mich. Zu wenig Informationen, aber ich werde das regeln.
-        Anna das Buch zurückgeben, was sie mir liebevoll geliehen hat.
-        Vitamin B12 jeden Morgen einnehmen, sonst riskiere ich eine Depression, weil ich dieses Jahr null Sonne getankt habe. Und natürlich parallel dazu Möhren futtern.
-        Bedienungsanleitung lesen und korrigieren, für den Nachbarn mit dem französischen Akzent.
-        Ein paar Geburtstage im Kalender festhalten.
-        Omi besuchen.
-        Bei meinen Eltern den ersten Grünkohl speisen. (freue ich mich jetzt schon drauf)
-        Cool bleiben.


Und dann war da noch:

Heute vierzig! Euro Trinkgeld in drei Stunden gemacht und festgestellt, dass die Gäste zu 80% aus Männern bestand. Ich nehme das mal so hin.



Wussten Sie, dass es einen § in Australien gibt, der besagt, dass Sex mit einem Känguru nur dann erlaubt ist, wenn man betrunken ist. 

Sonntag, 3. Dezember 2017

Sonntag

Der Gedanke, dass wir ein Silvester feiern werden, das wir vor 27 Jahren gemeinsam feiern wollten, macht mich locker.

Seit Wochen keine Knochenschmerzen mehr. Ich traue mich wieder raus. Treffe mich mit interessanten Menschen und nehme Einladungen an. Gehe neutral auf fremde Menschen zu, ohne Angst. Denke über einen Jobwechsel nach. Auszug. In zwei Wochen werde ich mit der Vermieterin sprechen. Auch das verunsichert mich nicht mehr. Keine Pulsbeschleunigung, wenn der Chef an einem Sonntag anruft und meint man müsse für ihn springen. Ganz locker entsteht ein Gespräch, ohne dass ich mich für irgendetwas rechtfertige, was gar nicht zu rechtfertigen ist.

Und dann ist da nur die Vorfreude. Flughafen. In den Arm nehmen und gemeinsam in die zweite Wohnung fahren, die man gemietet hat.

Und der Zusatzauftrag macht es dann auch nicht schlimmer. Ich spare mir die vorletzte Woche Urlaub und werde arbeiten. Ich werde die zweieinhalb Tage vermutlich gut im neuen Jahr benötigen. So what.

Irgendwie spannend. Spannend hat in der Vergangenheit bei mir Schnappatmung ausgelöst. Jetzt nicht mehr. Vielleicht, weil er mir das Gefühl gibt, nicht allein zu sein, zu mir zu stehen und mich so zu nehmen wie ich bin.


Eine Chance. Ich nehme sie. Highlight des heutigen Tages: Nicht schwanger.

Freitag, 1. Dezember 2017

Freitag

Offen sein für Begegnungen macht Spaß. Und so begebe ich mich zu einem Treffen mit unbekannter Person. Auf dem Weg dorthin. Stau. Ich habe gearbeitet und bin müde. Wenn ich müde bin, hat sich meine Konzentration längst verabschiedet. Egal.

Ich schaue in lachende Augen. Ein Lachen was wirklich ist. Das gefällt mir. Schöne Gespräche, und ich fühle mich wohl in ihrer Gegenwart. Eine tolle Person.

Diese Woche hatte gefühlt zwei Tage. Wochenende. Ich merke Veränderung in mir. Durch den Franzosen, durch Gespräche.

Als ich zu Hause bin kündigt sich mein Chef an. Er kommt auf einen Kaffe vorbei. Ich glaube an die Wirkung der Worte.

Alles hat Sinn. Wir müssen es nur begreifen.


Danke, für diesen schönen Nachmittag irgendwo im Nirgendwo eines Cafes an einem schönen See.

Gestern Nacht mit dem Nachbarn mit dem französischen Akzent nach diesem Lied getanzt. Völlig jugendfrei, weil geht doch jetzt nicht mehr anders.