Mittwoch, 2. August 2017

Mittwoch



Der Kundenbesuch verläuft wie immer gut. Das Wetter hingegen schlägt mir gewaltig auf das Gehirn. Auf dem Weg zurück entscheide ich mich für Enigma, schön laut, und während ich die Autobahn beschmutze mit zu hoher Geschwindigkeit, genieße ich die Wolken.

Verdrängen. Ich denke die ganze Zeit an Verdrängen. Vielleicht hat sich die Rippe wieder eingerenkt, aber dafür spielt der Schmerz in meinen Synapsen. Ich überlege wie ich meine Identität auslöschen kann, lege mich in meinen Koffer, wie ein Embryo, ganz klein und denke, vielleicht reicht es ja, das Kofferschild einfach zu ändern. Ich nehme den kleinen Zettel aus der Folie und schreibe einfach einen anderen Namen drauf. Einfach so. Lege mich wieder hinein und versuche einzuschlafen. Aber der Koffer ist zu klein. Einfach zu klein und ich bekomme Platzangst. So viele Dinge, die einem Angst machen, denke ich und halte eine Taschenlampe auf mein neues Leben.

Am Ende rettet mich eine Dolormin extra. Es scheint unfruchtbar, das alles, jetzt in diesem einen Moment. Und nächste Woche dann wieder Vampiertag. Die Zeit rast. Und ich habe das Gefühl, dass mein Gehirnwartungsexperte nicht mit kommt. Aber rausschmeißen will ich ihn auch nicht, er kennt mich einfach zu gut. 

Habe dem Gatten gesagt, dass ich morgen nicht arbeiten kann. Ich würde gerne, aber leider machen die Knochen nicht mit. 

 

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