Donnerstag, 31. August 2017

Donnerstag



Diese Gegensätze zwischen beiden Jobs finde ich einfach gnadenlos gut. Während ich in meinem Hauptjob eine recht kompetente Leistung abliefern kann, sind dort das Miteinander und die Akzeptanz  hoch angesiedelt. Im Nebenjob hingegen, sieht das schon ganz anders aus. Da gibt es Menschen, die schieben eine Schublade auf, und stecken dich ungefragt rein. Dann kann man plötzlich nicht rechnen, das Essen wird angeblich falsch serviert, man fährt einen emotional an, oder aber man wird mitleidig angesehen.

Solche Situationen fordern mich immer zum Spielen auf. Vergleichbar mit einem Hund. Man wirft einen Ball, der Hund bringt ihn zurück und man glaubt, man spiele mit dem Hund. Dabei spielt der Hund mit einem.

Mal abgesehen davon, dass ich mir Emotion im Hauptjob leisten kann, fällt das im Nebenjob weg. Ich schalte um, und der Kunde glaubt, er ist König. Das ist gut für’s Trinkgeld.

Heute Morgen eine unschöne Nachricht von einer Bekannten. Die Lunge. Ich mache mir Sorgen. Ich trug die Sorgen den ganzen Tag mit mir rum, wenngleich sie mich in meinem weiteren Vorhaben, das Leben zu verändern, stärken. Was kümmern mich die Menschen, denen man es niemals Recht machen kann.

Nichts.

Mittwoch, 30. August 2017

Mittwoch



Im Büro ist es warm. Ich ziehe Schuhe und Socken und T-shirt aus und fange an zu arbeiten.
Leise Musik im Hintergrund. Konzentriert arbeite ich an einer Arbeitsplatzanalyse, nachdem mein Kunde telefonisch abgesagt hat. Aus persönlichen Gründen. Ich wünsche ihm Beileid und alles Gute.

So konzentriert war ich lange nicht mehr. Bis es klingelt.

Ich erwarte weder den UPS Mann noch den Bo-Frost Mann.

Schnell das T-shirt angezogen, eile ich runter und öffne die Tür.

„Zucker, ich wusste, dass du arbeitest. Hi. Wie geht es dir?“
Da steht er, gut gebräunt vom Urlaub, abgenommen und strahlend vor mir.

Ich springe ihm förmlich in den Arm und freue mich.

„Hey was ist mit dir los? So hast du mich noch nie empfangen.“

Er gibt mir einen Kuss auf den Mund und seine Hände finden sofort die Haut des Rückens unter meinem T-shirt.

„Komm, ich mach uns einen Kaffee.“

Wir sitzen in der Lounge und trinken Kaffee. Ich sehe ihn an und finde, dass er verdammt gut aussieht.

„Zucker, bist du etwa verliebt“ Er schaut mich lachend an und ich zähle seine Falten um seine Augen und lächel.

Wir sitzend plaudernd auf dem Sofa, ich in seinem Arm, wir lachen und berühren uns und Zeit hat gerade Pause.

Als er geht, zwinker ich im zu. „Zucker, du bist verliebt. Freu mich für dich.“

Ich schließe die Türe und arbeite konzentriert weiter.

Ja, denke ich, ich bin verliebt. Und dich liebe ich, auf andere Art.  

Dienstag, 29. August 2017

Dienstag



Was war passiert:

7:30 Uhr- Der Gatte kommt in meine Wohnung in Sommershorts und schickem kurzärmligen Hemd mit den Worten:“ Ich fliege in drei Stunden in die Sonne. Ich wünsche dir viel Spaß. Tschüss.“

Noch halb schlaftrunken überlege ich, welchen Spaß der meint.

10:30 Uhr- Schicht. Und nicht wirklich Spaß, die südländischen Halbaffen zu bändigen und ein bisschen Durchblick in das Chaos zu bringen.

15:30 Uhr- Ich fahre durchgeschwitzt nach Hause, in der Hoffnung, dass Prinzessin, attraktiv, jung, job- und erfolglos, die Abendschicht übernimmt.

Und dann beginnt die Satire.



Noch am Morgen meinte sie, sie könne mir nicht helfen. Sie müsse den Rasen mähen und sich um den Haushalt kümmern. Die beiden anderen wurden just in dem Moment, als der Gatte mit Sommershorts im Flieger Richtung Sonne saß, krank.

16:00 Uhr- Ich schließe die Tür auf, kranke Püppi nicht da. Prinzessin liegt im Bikini auf nichtgemähtem Rasen und sonnt sich mit diesem unglaublich arroganten Sonnenhut auf dem Kopf.

Ich bin kurz davor die Handgranate aus meinem Schließfach zu holen.

16:30 Uhr- Ich mache mich frisch und fahre zurück in die zweite Schicht zu den bekloppten Südländern.

Es ist wieder voll und viel zu tun. Mir schmerzen die Knochen und bei dem Gedanken, dass ich heute zum Kunden muss, wird mir ganz schlecht.

21:30 Uhr- Ich fahre nach Hause, den Rest schaffen die südländischen Hooligans allein.

Heute Abend ruft der Gatte das erste Mal an. „Du musst morgen Abend arbeiten.“ Dafür ruft der mich an. Das ist besonders.

Ich drücke den roten Telefonhörer und hoffe, dass er nicht wiederkommt. Abgehakt.

Ich werde natürlich morgen Abend nicht arbeiten, nachdem ich acht Stunden meinen Job getan habe, der mir wenigstens vernünftig bezahlt wird.

Manchmal in einer ruhigen Minute, so wie jetzt, denke ich, ob es nicht besser gewesen wäre, die Kinder einfach mal länger, als eine halbe Stunde, in ihren eingeschissenen Windeln liegen zu lassen. 

Mutter heute am Telefon:" Kind, und was ist, wenn der nicht wiederkommt?"
"Dann mache ich eine große Abschiedsparty und danach schmeiße ich die Kinder raus."

Montag, 28. August 2017

Montag

Und manchmal ist das Leben ein echter Scheißhaufen. Vollgestopft mit Arbeit und Allerleigesprächen. Fern von allem, was man eigentlich möchte. 
 

Montag

Es wird heute heiß.
Lust, jedoch nicht zum Arbeiten.
 

Sonntag, 27. August 2017

Sonntag



Ich beschließe in den Garten zu gehen, die heutige Sonne zu tanken. Doch ich komme einfach nicht zur Ruhe. Orientierungslosigkeit macht sich breit, tausend Gedanken, ohne irgendeinen Plan, Unruhe. Ein Zustand, der mich nicht weiter bringt, das weiß ich nur zu gut. Ich rufe Anna an.

Wir plaudern ein bisschen, dann fragt sie mich, ob ich mit ins Freibad komme. „Natürlich nicht.“ Anna fängt an zu lachen. „Das wusste ich, war auch nur eine rhetorische Frage. Ich gebe dich halt nicht auf, obwohl du ein hoffnungsloser Fall bist.“

Nach dem Telefonat weiß ich wieder nicht, was ich machen soll. Ich gehe duschen. Es vergeht keine Minute, an der ich nicht an ihn denke. Ich will das nicht. Es macht mich nur noch nervöser.

„Gehirnwartungsexperte.“
„Yes, Zucker.“
„In welchen Gehirnwindungen verbergen sich noch mal meine Zeitfensterschubladen?“
„Moment, das haben wir gleich. In deinem Stammhirn.“
„Könntest du bitte mal?“
„Welche möchtest du?“
„Die Schublade mit der Aufschrift: Beherrschung.“
„Ich löse dann mal die Schrauben.“
„Danke.“

Ich laufe eine Stunde mit der weißen Lady, danach geht es mir etwas besser. 




Im Strudel der unbändigen Zeitwellen,

fast schon unbemerkt in den Katakomben schwindend,

bemerke ich ganz plötzlich,

dass die Gedanken fluten,

in unbändigen Teilen aus grünem Mosaik.

Samstag, 26. August 2017

Samstag

Schlecht geschlafen und geträumt.
Eine Stadt wie San Francisco bricht ohne Vorwahrnung in sich zusammen. Ich beobachte, wie die Häuser einfach in sich zusammenfallen, als wenn sie aus Legosteinen gebaut wären.

Keine gute Vorahnung.


Freitag, 25. August 2017

Freitag



Der Vampiertherapiemorgen hat mich heute aus der Bahn geworfen. Über eine Stunde lag ich da, schlief immer wieder ein und beamte mich gedanklich weit fort.

Auf dem Weg zum Büro ging die Einstichstelle plötzlich wieder auf. So ein Mist. Ich musste rechts ran fahren, in ein Geschäft laufen und nach tausend Taschentüchern bitten. Die Verkäuferin war sehr nett. Ich drückte mir die Vene zu und sie gab mir einen Kaffee. Jetzt weiß ich endlich, warum ich nicht nach der Therapie Auto fahren darf. Im Büro angekommen, heute bin ich allein, schiebe ich den Stopper zwischen Tür und Rahmen. Mir ist irgendwie komisch. Ich möchte ja auch nicht, dass ich in einem Notfall den Krankenwagen rufen muss, und die irgendwelche Fenster zerstören, um mich zu retten. Nein das will ich nicht. Und außer mir, der Azubine und dem Chef, kommt da keiner so einfach rein. Ich sag nur: Fingerabdruckschließanlage.

Mir ist schwindelig, morgens hatte ich den Kaffee retour gebracht. Nicht gut.

Ich lege mich hin, schlafe zwei Stunden fest ein, auf einem kleinen Sofa, das die Azubine mit mir in den Büroraum gestellt hat.

Wirre Träume, das Radio im Hintergrund, holt mich hin und wieder zurück, ich höre die Autos auf der Hauptstrasse, nicke wieder ein.

Dann ruft mich Monsieur francaise an und wir plaudern ein bisschen.
„Du siehst müde aus, Zucker.“
„Ja. Bin ich auch.“
„Ruhe dich aus.“
„Zeig mir noch mal deinen Körper, bitte.“
„Ok.“

Ich spüre wie sich die Müdigkeit mit der Faszination einen Kampf leistet.
Und ich, mitten drin, kann nichts tun.

Er verspricht mir, mit mir Schach zu spielen, wenn wir uns treffen, wenn ich jetzt das Büro verlasse und nach Hause fahre.

Ich fahre nach Hause. 


Mittwoch, 23. August 2017

Mittwoch



Bei 12° fuhr ich heute Morgen los. Bei 30° komme ich am Nachmittag heim.
Der Nachbar mit dem französischen Akzent fängt mich ab und lädt mich zum Kaffee ein. N. ist zu Besuch. Eine attraktive Frau, wie ich finde, und ich würde sie gerne an seiner Seite sehen. Jedes Mal, wenn sie mir etwas erzählt, verliere ich mich in ihren schönen grünen Augen.  Wir sitzen an seinem Tisch und teilen Geschichten, als er mich fragt, mit was er mich zu einem gemeinsamen Frühstück locken könnte. Mir ist das etwas peinlich, weil sie dabei ist, und wie gesagt, ich würde die beiden gerne miteinander sehen. Ich überlege nicht lange, denke an etwas total Ausgefallenes und wie aus der Pistole geschossen kommt die Antwort:“ Wachtleier.“

Sagt N:“ Die kann ich dir besorgen. Wie viel möchtest du?“
„Zehn.“
„OK.“

Mein Nachbar grinst mich an und ich überlege, durchaus meinem Verfolgungswahn geschuldet, ob der nicht zufällig meinen Blog gefunden hat, und heimlich, lachend mitliest.

Ich trinke meinen Kaffee aus und merke, dass es mir sehr schwer fällt, dem Gespräch zu folgen. Es war heute einfach zu heiß im Büro. Gefühlte 40°, kombiniert mit unglaublich gutem Telefonsex mit Monsieur francaise, in der Pause, durchgeschwitzt und die Gefahr, dass mein geplanter Tagesablauf gerade völlig zerstört wird, macht mich unruhig.

Und so verabschiede ich mich und gehe auf die Frage, was ich heute Abend denn noch so anstelle, meines grinsenden Nachbarn, nicht mehr darauf ein.

Wussten sie, dass es einen § in Alabama gibt, der besagt, dass unter Wasser das Flüstern verboten ist.

Ich hätte da gerade mal wieder eine ganz andere Idee.

Dienstag, 22. August 2017

Dienstag



Ich weiß nicht wovor ich am meisten Angst habe. Die Kontrolle über meine Gefühle zu verlieren, oder aber die Angst vor der Weltpolitik, die mich jedes Mal erstarren lässt, wenn ich etwas lese. Ich weiß nur, wenn eine Angstquelle überwiegt, dann schaltet sich der andere Part einen Gang runter. Quasi wie kompensierendes Gemüseragout.  Am Küchentisch sitzen wir und essen Toast mit Käse und angeschmorten Wallnüssen, Lachs und Graubrot. Im Hintergrund läuft Musik. Wir haben Fotos gemacht und wir hatten Spaß. Die weiße Lady, Püppi und ich. Ich habe mir geschworen, was ich liebe, lass ich nicht mehr los. Die Melone auf dem Tisch werde ich essen. Und dann fahren wir raus, und genießen die Natur. Und denken nicht, an diese ganzen unnützen Menschen, die nicht wirklich wissen, was die da gerade anrichten, denn wenn sie auch nur einen kleinen Funken Intelligenz hätten, würden sie anders entscheiden. Und langsam, während des Fotografierens geht die Sonne langsam unter und ich freue mich auf meine seit Jahren nicht mehr renovierten vier Wände. Aber das macht nichts. Denn hier kenne ich mich aus.




Montag, 21. August 2017

Montag



Wenn es eine Formel gäbe, die Liebe definieren könnte, dann säße ich jetzt wahrscheinlich in einem Mathekurs. Ich würde an die Tafel gehen, mit dem Gedanken, dass mich tausend Augenpaare anstarren und würde mit der Kreide an die Tafel schreiben. Oder vielleicht auch malen.
82103(24916)²=X

Ich glaube er weiß gar nicht wie viel er mir bedeutet, und das nach so kurzer Zeit. Es vergeht kein Tag mehr, an dem ich nicht mit ihm aufwache, an dem ich nicht mit ihm schlafen gehe. Es ist wie in einer Geschichte, irgendwann geschrieben, irgendwo gelesen. Ich genieße ihn, jede freie Minute. Ich habe keine Chance dem zu entkommen, aber ich will es auch gar nicht. 

Wenn die Zeit sich etwas hat einfallen lassen, von dem wir niemals ausgegangen sind, wenn Tagträume plötzlich wahr werden, ohne dass es uns im Moment bewusst wird, dann können wir uns nur fügen. Es gibt keinen Ausweg, keine Gabelung, die uns in eine andere Richtung weist. Man könnte meinen man hat verloren, der Wille ist betäubt, man muss sich fügen, doch wenn man genau hinhört, dann kann man sie flüstern hören, die Stimmen, die gutes sagen. Nichts auf der Welt ist fiktiv. Wir sind im stetigen Wandel mit uns und dem Leben. Alles hat Bewegung, und ich fürchte, ich bin mitten drin im Strudel dessen, was ich nicht aufhalten kann. Ich möchte ihn genießen, ihn mit all seinen Fasern, seiner Haut, seiner Sinne und dem, was ihn ausmacht. Ist das eine Entschuldigung?

Was um Himmels Willen passiert denn da gerade mit mir? Meine Prinzipien werden von gleich auf jetzt ins Nirwana gespült und ich kann nichts dagegen tun. Gedanken wo seid ihr hin. Er macht mich wahnsinnig. Ich tanze mit ihm nackt in der Küche nach Nelly Furtado und kann nicht widerstehen. Himmlisch oder teuflisch. Keine Ahnung. Hatte ich mir nicht geschworen, mich niemals mehr zu verlieben? Den Männern die kalte Schulter zu zeigen. Es geht nicht, so sehr ich mich anstrenge. Ich hab mich verliebt. Mein Gehirn hat ihn gescannt. Mit all seinen Fasern. Sein Körper ist wie ein Meteorit, der ungebremst und mit voller Wucht in mich einschlägt. Sein Geist hat mich längst gefesselt, Gott, lass ihn mir die Luft nehmen.
Ich hatte heute einen sehr unruhigen Tag. Jeder Gedanke an ihn ließ mir einen angenehmen Schauer durch den Magen schwirren. Ich bin süchtig nach seinen Lippen, seinen Händen und all dem, was ihn am Leben hält. So wie ich es 1991 schon einmal erfahren durfte. Ich höre dich lachen, du Teufel in der Hölle, doch auch das ist mir egal. Ich kann nicht anders, ich spiele mit. Das Spiel mit dem Feuer macht mich heiß. Lass mich mit ihm tanzen, solange die Musik spielt. Lass mich ihn lieben, solange ich lieben kann, lass mich ihn spüren, im Oktober, solange mein Körper ihn halten kann. Gib meinem Geist die Kraft ihn zu halten, solange er mag, um ihn gehen zu lassen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.
Lieben macht Spaß, wenn man nicht darauf gefasst ist. Verdammt soll ich sein, wenn ich sage, ich liebe diesen Mann. Ich liebe diesen Mann.



Sonntag, 20. August 2017

Sonntag

Urlaub ist zu Ende. Es geht wieder weiter. Ich habe keine Lust, bin immer noch müde, kämpfe mit hartnäckig schlechten Blutwerten und nehme es hin.

Dann schaun wir mal. Gefühle sind durcheinander. Alles fühlt sich an wie auf einem sinkenden Schiff. Aber ein Pirat ist ein Pirat und kämpft bis zum bitteren Ende.

Sonntag



Je me suis ennuyé aussi et je pense que tout le temps sur vous. Vous demandez comment je suis? Je vais bien, mais il me brise maintenant et encore mon cœur, parce que vous n'êtes pas simplement manquer. Je ne pensais pas que quelque chose comme cela peut arriver à moi. Mais il est maintenant si. Et j'invente mes nouvelles et inventives toujours de nouvelles choses pour me distraire. Aujourd'hui, je sauvé votre photo sur mon téléphone. sur mon écran pour que je à tout moment si je me sens comme, vous pouvez voir directement. Et il me plaît que je sais que nous allons enfin vous voir bientôt. Je suis connecté mentalement intense à vous que je me sentais Afternoon Delight vous aujourd'hui. J'ai envoyé les voisins, parce que j'étais presque gêné que j'étais sur le point de venir. Ce fourmillement soudain, ce désir incontrôlable. Vous semblez vraiment être très bien obligé de me.

Je t'aime de tout mon cœur et d' essayer de vous fois ces lignes à envoyer francaise, simplement parce que je me sens comme aujourd'hui. Et peut - être aussi parce que je suis ennuyé et ne pas aller pour une promenade, parce qu'ici le temps est comme l' automne déjà et je gèle trop nouveau.

Ces lignes sont pour vous demain au bureau , vous les lire et j'espère que je vous ai conjuré un sourire dans votre beau visage.
Pour cela , vous avez gagné.

amoureux

Samstag, 19. August 2017

Samstag



Wenn ich Angst bekomme, lenke ich mich ab. Ich bin gut darin. Mein Gehirn kennt alle Nischen, um sich lahm zu legen, damit die Angst nicht weiter voranschreiten kann. Meine Orientierungslosigkeit könnte mich in den Wahnsinn treiben. Das weiß ich. Vermutlich ist das auch der Grund, warum ich viel zu Hause bin, oder eben nur an Orten, die ich kenne. Wirklich kenne, so gut kenne, dass es unmöglich ist, einer absoluten Desorientiertheit zu begegnen.

Heute habe ich einen „Nein-Tag“ eingeführt. Ich habe geübt, nein zu sagen. Und es hat funktioniert.

Gelacht mit Anna. Und als ich nach zwei Stunden Tabak und Handy in die Tasche packte, meinte sie:
“ Magst du nicht mehr?“
 „Nein, ich muss gehen.“
 „Ok. Bis nächsten Samstag?“
„Ja.“
„Es ist schön, dass wir uns haben.“
Sie nimmt mich in den Arm und gibt mir einen Kuss auf die Wange.
Ich nicke und empfinde ein unglaubliches Glücksgefühl, als ich in meinem Auto sitze und nach Hause fahren kann.

Und manchmal frage ich mich, was ist da eigentlich bei mir schief gelaufen.

Freitag, 18. August 2017

Freitag



Was ja im Alter wirklich schöner wird, ist die Tatsache, dass man sich mit sich und seinem Körper auseinandersetzt. Es heißt ja so schön, alle sieben Jahre verändert sich da etwas. Da habe ich mal nachgehakt. So rein mental. Und es stimmt. Alle sieben Jahre bemerkt der Mensch eine Veränderung. 7* 7 =49. Ich habe wieder Lust. Ich weiß, dass mein Gehirnwartungsexperte mir hilft, aber wenn man fast sechs Jahre unlustig durch die Gegend wankt, dann ist das suboptimal. Und dann bemerkt man, dass sich die sexuellen Genüsse verändern. Plötzlich findet man in einem schwachen Moment den G-Punkt. Ich gebe zu, ich war wirklich verwirrt, denn das hatte so gar nichts mit den letzten Orgasmen zu tun. Nach dem ersten mal wurde ich dann neugierig. Geht noch was? Und es ging noch was. Viel mehr, als ich mir hätte in meinen kühnsten Träumen vorstellen können.

Also, denke ich, das ist ausbaufähig. Und so arbeite ich mich hinüber an das andere Ende des Atlantiks und hoffe, weiß, dass es Wirklichkeit werden kann. Wie schön fluten die Gedanken durch die Synapsen und flüstern mir zu, dass alle Buchstaben und Farben, alle Verkehrsschilder und Paragrafen, alle Regeln und Gesetze sich verbeugen werden, wenn das, was ich fühlen kann, rein imaginär, real werden wird. 


Donnerstag, 17. August 2017

Donnerstag



Heute Morgen fiel ich ungefragt um 5:00 Uhr aus meinem Traum. Ich hatte meinen Gehirnwartungsexperten in Verdacht, aber der schlief noch tief und fest. Ich stand auf, ging auf die Veranda und genoss den Sonnenaufgang. Um halb sechs schlich ich mich dürftig bekleidet durch den Hausflur zum Gatten. Er war auch wach und konnte es kaum glauben, dass ich einen Kaffee aufsetzte. Ich bin ja eigentlich Langschläferprofi. (Ich überlege, ob ich das ins Guinnessbuch der Rekorde eintragen lasse)

Das morgendliche Kaffeegespräch war sehr bizzard. Ich kenne ihn sehr gut. Wenn er erzählt und sich dabei fast verschluckt, als wenn er einen Kloss auf dem Adamsapfel sitzen hat, dann lügt er.

Aber egal, mein leicht angehauchter Autismus kann damit durchaus umgehen.

Der Kaffee bekommt mir überhaupt nicht. Den ganzen Tag ist mir schlecht. Dieses flaue Gefühl im Magen, kurz davor, beim Zähneputzen, zu kotzen. Irgendwas läuft da gewaltig aus den Fugen, denke ich.

Am Nachmittag bekomme ich dann die Mitteilung, dass ein entfernter Bekannter gestorben ist. Ich fahre nach Hause und fühle nichts. Eine Mischung aus, der hat es geschafft, gepaart mit einem Gefühl der Trauer, aber so eine Trauer ohne Tränen.  

Am Abend ertaste ich zufällig einen Knoten. Paranoia macht sich grinsend breit. Das ist ein kleiner nichtssagender Muskelstrang, der sich wichtig tut.

„Gehirnwartungsexperte!“
„Jawohl.“
„Wie sieht’s aus“
„Zucker, alles im grünen Bereich.“
„Das ist gut. Brauchst du irgendwas?“
„ Ich tüfftel gerade an einer Formel, die dir deine Geduld etwas unterstützt.“
„Und?“
„Ich brauche etwas Zeit.“
„Ok.“


Mittwoch, 16. August 2017

Mittwoch



Ausgeschlafen. Kaffee bei dem kleinen großen Bruder. So gelacht. Heute Abend endlich Zeit für den Franzosen. Kids sind am arbeiten. Wir machen uns einen Abend, beginnend mit hässlichen Fotos. Wir sind Hulk und Cat und danach skypen wir. Rotwein trifft auf Weißwein und Probleme, die nicht da sind, werden einfach aus dem Gespräch geworfen. Und alle Farben des Schönseins werden einfach an die Leinwand gehängt und der Humor trifft noch einmal mit einer gelben Farbbombe. Ich lache so laut, und niemand hört etwas, weil der Nachbar mit dem französischen Akzent gerade irgendetwas mit einer Schleifmaschine bearbeitet und ich irgendwie froh darüber bin.

Ergänzen zwischen zwei Menschen ist wie eine Handgranate, der man den Draht entzieht und sie in Pappmachee einwickelt. Punkt. 


Dienstag, 15. August 2017

Dienstag



Von meinen bis jetzt 120 Stunden Urlaub habe ich:

-          70 Stunden geschlafen
-          4kg abgenommen
-          6 Stunden gesprochen
-          5 Stunden Nahrungsaufnahme
-          10 Stunden für das Wohlbefinden in der Wohnung gesorgt
-          2 Stunden Kino
-          6 Stunden shopping
-          15 Stunden gelesen (Blogs, Bücher und eine Betriebsanleitung)
-          0 Stunden gelangweilt
-          6 Stunden Sport



Urlaub ist doch was feines.

Montag, 14. August 2017

Montag



In zwei Jahren haben wir Silberhochzeit. Unsere erste Tochter wurde in der Nacht der Silberhochzeit meiner Eltern gezeugt. Daran erinnere ich mich noch. Er wird in zwei Jahren in sein Land gehen, sagt er, und ich werde ihn nicht zurückhalten. Wir sind zwei Papiermännchen, wie unsere Ehe auf dem Papier. In all den Jahren sind wir nur zusammengeblieben, wegen der Kinder. Das kann man als traurig ansehen, oder eben als Verantwortung. Ich empfinde es als traurig. In all den Jahren gesucht und nicht gefunden. Wir waren uns untreu, wir gruben unsere Untreue tief in eingemachtes Obstglas und nach Außen konnte die Fassade nicht bröckeln, weil wir immer wieder die kleinen Risse mit Gips versiegelten und kerzengerade durch das Leben gingen.

Jeder auf seine Art. Ich bin froh, dass er diese Silberhochzeit nicht feiern möchte, denn das wäre ein Verrat unserer Hochzeit, die wir auch nicht gefeiert haben und die Gewohnheit macht doch dann auch keinen Unterschied mehr. Als Papiermännchen muss man schon Acht geben, dass man nicht unter die Räder kommt. In diesem Fall hätte ich zu viel Angst davor, in eine Regentonne zu fallen und völlig durchnässt, nackt, in mich zusammen zu klappen.

Es wird langsam Zeit, dass ich mir eine andere Kleidung zulege. Etwas Robusteres. Papier habe ich zu lange getragen und daran herumgezupft und mich nicht wohl gefühlt.

Und ich bereue nicht die Dinge die geschehen sind. Ich würde es bereuen, wenn ich nicht weiter nach vorne blicke und nicht aufgebe.

Samstag, 12. August 2017

Samstag



Vor zwei Tagen hatte ich ihm eine Ansage gemacht. Das kommt sehr selten vor, aber wenn dann knallt es. Heute kam er, zu einer recht für ihn unangemessen Zeit, nach Hause. Zu mir. Und wir redeten. „So funktioniert das nicht.“ „Wieso?“ „Die Kinder arbeiten für dich und du beschimpfst sie, und schmeißt sie raus. Sie bekommen kein Geld, weil du alles unter deine Fittiche nimmst. Vergiss es.“ „So muss das sein.“ „Nein. Es geht nicht nur um Schimpfen und rauswerfen. Du musst sie auch mal loben. Ihnen das Geld geben, das sie sich durch die Arbeit verdienen.  Sie müssen lernen, mit ihrem verdienten Geld selbst klar zu kommen. Gib ihnen diese Chance. Ansonsten kommen die nicht mehr wieder.“

Kurz danach spricht er mit Püppi. Sie ist die schlauste. Ich halte mich aus dem Gespräch raus.

„Hey Mama, ich habe einen Deal mit Papa.“
„Ok.“
„Was hast du mit ihm besprochen.“
„Nicht der Rede Wert.“  

Es hat funktioniert. Sanftes Agieren zwischen Menschleben.

Ein guter Tag.  


Donnerstag, 10. August 2017

Jetzt



Bilanz der letzten 28 Stunden:

Gestern Abend kam Anna nach der Arbeit noch vorbei. Ich nahm mir vor das Essen vorzubereiten. Geplant war:
Ein Ofenkäse
Ciabatta mit Oliven
Zwei verschiedene Dips
Ein Gurkensalat mit Avocado und Zwiebeln

Alles lief nach Plan, bis ich den Käse nach zehn Minuten aus dem Ofen holte, ihn mit einem scharfen Messer anschneiden musste. Das gelang mir noch. Ofen wieder geöffnet, Käseschachtel in die Hand, und dann machte es platsch und der Käse fiel mir ungefragt, natürlich mit der typischen Marmeladenbrotseite auf den Boden, zerlief graziös und paarte sich mit den Hundehaaren auf meinen sich fies lachenden Fliesen. Just in dem Moment klingelte Anna.

Statt Käse gab es dann Gemüsebällchen aus der Pfanne. Wir wurden jedenfalls satt.

Heute Morgen brühte ich mir einen frischen Kaffee. Ich musste mich nur mit einer minimalistischen Bewegung nach links drehen, und mich auf einen Stuhl setzen. Der Kaffee schwappte über und tropfte auf die Fliesen.

Heute Abend waren es drei Gläser Wasser. So langsam beunruhigt es mich. Nachdem ich meine acht Monate alte Nichte heute Nachmittag auf dem Arm hatte und mit ihr spielte, konnte ich mir später nicht einmal eine Zigarette drehen.

„Einen Kaffee bitte.“
„To go?“
„Nein to stolper und kipp on the t-shirt please! Und with extra Schaum.”

Donnerstag

U-nglaublich
r-ruhig
l-ang
a-ngenehm
u-rplötzlich
b-edingungslos



Mittwoch, 9. August 2017

Mittwoch

In Anbetracht dessen, dass ich heute allein im Büro bin, gönne ich mir jetzt erstmal eine Pause.

Es gibt Wichtigeres im Leben, als beständig dessen Geschwindigkeit zu erhöhen. ~ Mahatma Gandi

Dienstag, 8. August 2017

Dienstag



Ich bin so nah dran und doch so weit davon entfernt. Der Franzose ist jetzt für August in einen Wohnwagen umgezogen, weil seine möblierte Wohnung für Touristen vermietet ist. Jedes mal wenn er mir Bilder schickt, wünsche ich mich an den Atlantik. Das sind die Erinnerungen, und die einfachen Dinge des Lebens, wie ich sie gerne hätte.

Heute Morgen wurde ich um sechs von meinem Wecker geweckt. Danach schlief ich noch einmal ein. Um zwanzig nach sechs fing ich an zu träumen. Das war wirklich ein geiler Traum und ich hatte für einen Moment, als der Wecker schlussendlich um viertel vor sieben noch einmal klingelte, das Gefühl, er hätte hinter mir gelegen. Hatte er. Ich in meinem Bett, er in seinem Wohnwagen, und beide hatten wir denselben Gedanken. Sex.

Gedanken. Das Wetter war heute gedanklich grau. Punkt.

Was sonst noch so passierte:

SMS vom Nachbarn mit dem französischen Akzent: Habe heut im Angebot, Leber, Kartoffelstampf und geschmorte Zwiebeln. Also ich kann dazu definitiv nicht nein sagen.

Ich esse bei ihm, bei mir gibt es Kaffee und Veranda.

Läuft. 


Ich muss das Lied einfach nochmal bringen, weil es meine Zukunft ist.

Wussten sie dass es einen § in Massachusetts gibt, der besagt, dass es verboten ist ins Bett zu gehen, wenn man zuvor kein Vollbad genommen hat.

Ups, ich muss die Nacht durchmachen.

Montag, 7. August 2017

Montag



Der Kirschbaum vor meinem Küchenfenster ist ein echter Mammutbaum geworden. Sehr schön. Ab Mittwoch habe ich endlich ein bisschen Urlaub.

Ich freue mich. Den Vampirtermin habe ich verlegt. Ich habe keine Lust. Vielleicht gehe ich gar nicht mehr zu dieser Therapie. Irgendwie fehlt mir der Sinn.

Vielmehr Sorgen mache ich mir um den Bruder. Wer schon mal jemanden angetroffen hat, in einer solchen Situation, wenn die Ärzte sagen, diese Nacht hätte der Mensch nicht überlebt, der möchte das nicht noch mal. Mir macht Das Angst. Ich habe noch diese fassungslose Stimme und diese Hilflosigkeit meines Vaters im Kopf, als sie ihn in seiner Wohnung fanden, weil wir alle keine Nachricht mehr von ihm bekamen. Und ich fuhr sofort los, als ich ankam, nahm mich ein 1.86m großer gestandener Mann weinend in den Arm und ich hatte das Gefühl, er verzweifelt im Hier und Jetzt. Und diese Angst in den Augen meiner Eltern. Dieses Gefühl der Ohnmacht.

Dann denke ich manchmal, dass es vielleicht doch etwas Heilung bringt, wenn man seine Haut ritzt, oder einfach nur ohne Ende arbeitet. Wenn man arbeitet, hat man keine Zeit über negative Dinge nachzudenken, weil man die ganze Zeit beschäftigt ist. Auch wenn ich es manchmal verfluche, nach der Arbeit bin ich zwar erschöpft, aber meine Gedanken sind im Reinen.

Und Dutzen und Sietzen ist völlig überbewertet und bedarf keiner Diskussion. Das entscheidet man einfach selbst.

Als ich heut auf dem Weg zur Arbeit an einer Tankstelle hielt, weil ich Tabak brauchte, sagte die Verkäuferin zu mir, „Hey, ich wünsche dir noch einen schönen Tag,“ Und ich erwiderte im gleichen Text.

Probleme sehen anders aus.

Wussten sie, dass es in Utah einen § gibt, der besagt, dass wenn ein Krankenwagen im Einsatz ist, darf im hinteren Bereich des Fahrzeugs unter keinen Umständen Sex statt finden. 

Sonntag, 6. August 2017

Sonntag



Projekt „Auszug“ muss ich leider noch einmal neu planen. Leider wollte sich die Vermieterin nicht darauf einlassen, dass ich mich nicht sofort ummelde. Da ich jedoch an meiner Steuerklasse hänge, kann ich mir eine Ummeldung nicht leisten. So ist das. Dafür haben sich alle Familienmitglieder, seit sie von meinem Vorhaben wissen, die Gürtel enger geschnallt und im Moment jedenfalls herrscht Frieden on earth. Gut.

Monsieur francaise meint es anscheinend wirklich ernst. Hoffentlich kriege ich das Kino hin. Ich habe noch zwei Monate um den Hüftspeck wegzuatmen. Abwarten.

Am liebsten wäre mir im Moment eine einsame Insel. Die ganze Woche durchgearbeitet. Heute dann vom kleinen Bruder eine Nachricht bekommen. „Hey große Schwester, wenn wir nächstes Jahr in den Urlaub fahren, sorgst du dafür, dass es lustig wird?“ „Klar, ich habe da schon eine Idee.“ „Super, auf dich ist Verlass.“

Nächste Woche dann erstmal Geschwistertreffen ohne nervigen Anhang. Depri ist schon wieder beim Großen eingeschlagen wie ein Meteorit. Wie ich das hasse. 
 



Sonntag

So schade eigentlich, dass ich niemanden finde, der mit mir mithalten kann.


Freitag, 4. August 2017

Freitag



Das Herz sagt,“Der Franzose ist ein sechser im Lotto.“ Der Verstand fängt an, laut zu lachen und sagt: „Du wirst es wieder versauen.“

Ich habe es heute geschafft den ganzen Tag nicht zu kommunizieren. Das ist ein absolutes Gefühl der Gleichheit. Ich liebe das. Ich höre nur zu, und rede nicht. Der Koch zieht an meinem Ohr und lacht. „Was ist mit dir, Zucker.“ Ich denke nur, don`t touch me. Danach essen wir. Er weiß nichts von der SPS. Er kann sich nicht erklären, warum ich nichts dagegen habe, dass er sich mit Freunden trifft und es mich völlig locker lässt. Das ist einfach so.

Und dann denke ich, klar ich werde das in den Sand setzen, weil er nicht verstehen kann, wie ich ticke. Ich liebe es, wenn man mir meine kleine Insel gibt, in der ich alleine verweile, es macht mir nichts aus, wenn der Partner auf Tour ist. Ich kenne keine Eifersucht. Für mich sind die Menschen frei und sollten sich auch so fühlen.

Wussten sie, dass es einen § in Maryland gibt, der besagt,dass es im gesamten Bundesstaat verboten ist, Disteln anzupflanzen.

Ich hätte da gerade eine andere Idee.....

Donnerstag, 3. August 2017

Donnerstag



Den ganzen Tag geschlafen. Das war gut. Am Nachmittag mit dem Nachbarn mit dem französischen Akzent auf meiner Veranda überlegt, wie man meine Schmerztherapie so umfunktionieren kann, dass ich es als Öl einfach unter der Zunge zergehen lasse. Sehr gut. Heute Abend rufe ich meine fast hundert jährige Freundin an und muss mich entschuldigen, weil schon wieder mindestens vier Wochen ins Land gegangen sind. Sie fährt im September in den Urlaub, erzählt sie mir. Doch sie hat noch niemanden, der sie hinfährt. „Wann fährst du“, frage ich. Sie nennt mir das Wochenende und ich muss feststellen, dass ich an diesem Wochenende auch in Urlaub gehe. „Eine Woche früher kann ich dich nach Konstanz fahren, kein Problem.“ „Ok, ich regel das und sage dir Bescheid, und ich werde dich dafür gut bezahlen“ "Vergiss es, es wird mir eine Freude sein." Wenn das klappt, freue ich mich. Das wird eine abenteuerliche Fahrt. An den Bodenseee.

Ansonsten alles Essig

Mittwoch, 2. August 2017

Mittwoch



Der Kundenbesuch verläuft wie immer gut. Das Wetter hingegen schlägt mir gewaltig auf das Gehirn. Auf dem Weg zurück entscheide ich mich für Enigma, schön laut, und während ich die Autobahn beschmutze mit zu hoher Geschwindigkeit, genieße ich die Wolken.

Verdrängen. Ich denke die ganze Zeit an Verdrängen. Vielleicht hat sich die Rippe wieder eingerenkt, aber dafür spielt der Schmerz in meinen Synapsen. Ich überlege wie ich meine Identität auslöschen kann, lege mich in meinen Koffer, wie ein Embryo, ganz klein und denke, vielleicht reicht es ja, das Kofferschild einfach zu ändern. Ich nehme den kleinen Zettel aus der Folie und schreibe einfach einen anderen Namen drauf. Einfach so. Lege mich wieder hinein und versuche einzuschlafen. Aber der Koffer ist zu klein. Einfach zu klein und ich bekomme Platzangst. So viele Dinge, die einem Angst machen, denke ich und halte eine Taschenlampe auf mein neues Leben.

Am Ende rettet mich eine Dolormin extra. Es scheint unfruchtbar, das alles, jetzt in diesem einen Moment. Und nächste Woche dann wieder Vampiertag. Die Zeit rast. Und ich habe das Gefühl, dass mein Gehirnwartungsexperte nicht mit kommt. Aber rausschmeißen will ich ihn auch nicht, er kennt mich einfach zu gut. 

Habe dem Gatten gesagt, dass ich morgen nicht arbeiten kann. Ich würde gerne, aber leider machen die Knochen nicht mit.