Sonntag, 16. Juli 2017

Sonntag







Feierabend.

So ein gut laufendes Restaurant ist wie eine Achterbahnfahrt. Mal abgesehen davon, dass so eine Achterbahnfahrt in der Regel nur maximal 4 Minuten dauert, steht der Vergleich.
Um 17:00 Uhr fährt die Bahn ein. Man bereitet sich vor. Schürze, Block, Stift. (Und ich bin die ganze Zeit mit meinem Gehirnwartungsexperten im Kopfgespräch) Meine junge Kollegin und ich verstehen uns ausschließlich durch Augenkontakt. Wir schnallen uns an, und ich genieße das Rasseln der Kette, die uns im Wagen langsam 100 Meter in die Höhe zieht. Alles ist geschmeidig und ruhig für eine halbe Stunde. Oben angelangt, leicht angespannt, spürt man das Adrenalin in den Adern pulsieren. Die Tische füllen sich. Dann geht es in rasender Geschwindigkeit steil nach unten, jeder Schritt verlangt unglaubliche Konzentration. (Nehmen sie mal gleichzeitig fünf Tische mit Bestellungen auf und merken sie sich, wer was bestellt hat)
Alles funktioniert mechanisch. Der Hipe sind die Loopings, wenn es nicht mechanisch funktioniert hat.

Drei Stunden dauert es in der Regel an. Danach fährt man langsam wieder an den Stop zurück. Eine Zigarettenpause, pinkeln muss man nicht, man schwitzt alles aus. Zwei Liter Wasser haben den Weg in den Körper gefunden, danach ein paar Gespräche mit netten Kunden.

Wenn man das Leben nimmt, in vollen Zügen, dann spürt man Lebendigkeit. Ich bin froh, dass das Wochenende rum ist, obgleich es auch etwas von Zufriedenheit mit sich bringt, weil man etwas getan hat. Weil ich kein schlechtes Gewissen haben muss, wenn ich ein Glas Rotwein erst vergessen habe zu servieren, später dann feststellen muss, dass es ein Viertel sein sollte und schließlich dem Mann, mit dieser extrem unentspannten Frau, die mir vorher schon dumm kam, das Viertel schenkte mit einem Augenzwinkern.

Und morgen dann ein freier Tag.

Ich darf unmöglich das Arbeitszeitgesetz umgehen.

Wussten sie dass es einen § in Italien gibt, der besagt, dass Fluchen in der Öffentlichkeit generell verboten ist?  
Das erklärt natürlich das ausgiebige Fluchen unserer italienischen Landsleute hier in Deutschland. (fanculo di merde, bastardo ludida…..u.s.w)

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