Freitag, 14. Juli 2017

Freitag



Heute also das Billard Meeting nachgeholt. Das ist immer spannend. Bester Freund spielt in Unterhose und T-shirt, ich mit Queue. Er versenkt die Kugeln mechanisch, berechnend. Ich anders. Er sagt an:“ Die volle drei ins Rechte.“  Daneben. Ich sag an:“ Die devote halbe 13 möchte gern dominant hinten links.“ Treffer. „Ja reib deinen Queue noch mehr, damit es klappt.“ Ich lache. Wir trinken jeder einen Whisky, und treiben uns an. Das lässt den Alltag nicht ganz so trocken aussehen.

Wir spielen vier Partien. Ich gewinne. Danach geht es auf das Sofa. Kein Sex. Vielmehr Zärtlichkeiten. Und ich denke, wann sag ich es ihm. Wann gestehe ich ihm, dass ich verliebt bin. Wird er das überhaupt kapieren? Sein Liebchen weilt im Norden. Dieses Wochenende kommt die nicht. Und als ich mich verabschiede, sage ich:“ Hey du Schwerenöter, du kannst dir doch keine zwei Frauen halten.“ Er lacht. Ich fahre nach Hause und denke, naja, was soll`s.

Danach geht es zur Massage. Olga macht gute Arbeit. Aber Olga hat Rheuma. „Du sag mal Zucker, wenn dir deine persönliche Medi hilft. Könnten wir vielleicht mal gemeinsam?“ „Klar. Wenn du bereit bist dafür, sag bescheid.“ „Ich bin Ex-Raucher.“ „ Ich kann dir auch Muffins backen, dann Kackst du am nächsten Tag gut riechendes Gras, aber kein Problem.“  

Sie lacht die ganze Praxis zusammen, aber dann wird sie ernst. „Weißt du, ich muss jetzt diese verschissenen Chemotabletten nehmen. Und ich weiß nicht, wie lange meine Leber das durchhält.“

„Sag mir einfach bescheid. Ich mach das schon.“

Danach geht es zu Anna. Anna ist verliebt. Das ist sehr gut!

Ich muss das ganze Wochenende arbeiten. Ich muss nicht betonen, was ich lieber täte. So what. 


Kommentare:

  1. Liebe Frau Zucker, sie sorgen für Entspannung in ihrem Leben. Das gefällt mir.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. manche dinge müssen sein...sonst überlebt man das nicht;-) jetzt zu hause, nach einer zwölf stunden kellner schicht...und glauben sie mir, ich kann mich nicht mehr rühren...gute nacht und vielen dank für die lieben worte...

      Löschen
  2. Ja, es klingt ein wenig danach... dass die Existenz das Leben ´so mitten im Leben´ angeheftet bekommt. Das ist manchmal mehr, manchmal weniger gut.

    Ein wenig, denke ich, liegt die Kunst darin, selbst im chaotischen Zustand, den Augenblick zu genießen.

    AntwortenLöschen
  3. das gute daran ist ja, dass man tatsächlich im alter einiges gelassener nehmen kann...und da chaos mein zweiter vorname ist...bin ich ziemlich geübt...;-)

    AntwortenLöschen