Freitag, 2. Juni 2017

Freitag



Kein Gefühl von Müdigkeit. Kein Appetit. Der Körper wird durchgewirbelt und die Tage sind einfach zu lang, in Gedanken das blaue Meer, in dem sich die Sehnsucht versucht anzuketten, um schneller an die Sekunden zu gelangen, dass das Spüren echt wird. Leichte Gänsehaut, nur bei einzelnen Gedanken, ein Bild, Farben, die sich ins Gehirn pinseln.

Wie auf Droge vergeht Tag für Tag und es bleibt nichts übrig außer warten. Gewitter werden zum Experiment, im Regen zu tanzen und sich zu lieben. Wenn die Tropfen die heiße Haut kühlen und Körper ineinander verschlingen. Ohne einen Morgen.

Prinzipien werden nichtig. Prinzipien, die das ganze Leben bestimmt haben. Einfach ausgelöscht. Der eine, der sein Leben lang an Liebe geglaubt hat und sie nicht fand. Die eine, die die Liebe in all den Jahren ausgelöscht hat, weil sie geglaubt hat, dass es sie nicht gibt.

Grünbraune Augen schauen in grünbraune Augen und Erinnerungen werden geweckt. Und nach 26 Jahren werden erstmals Gemeinsamkeiten sichtbar, nachdem man mit Aceton die Fläche freigeschaufelt hat. Was braucht man mehr zum lieben?

Alles hat seine Zeit. Mein persönlicher Dieb, dachte sie immer. Aber die Zeit war fruchtbar. Und jetzt wird sie ihr ganz persönlicher Begleiter sein. 



Es ist das Grün deiner Augen, in die ich wortlos für Stunden eintauchen konnte.

Es ist die Art wie du lächelst, wenn sich deine Wangenknochen heben und deine Augen zu funkeln beginnen.

Es ist die wohlige Wärme deiner Berührungen, die wie Wellen über die Haut rauschen, mal hart und mal sanft.

Es ist dein Tattoo, eins deiner Jugendsünden, aber ohne dem wärst du nicht ganz.
Vielleicht lass ich mir einfach deine Koordinaten tätowieren, das wäre doch mal eine Idee.

Es ist die Art und Weise wie du redest, deine eigene Denkweise über die Menschen und die Welt, die mich fasziniert.

Und wenn du sagst, du liebst mich, umgibt mich ein wohliger Schauer.

Es ist die Nähe, die trotz der Entfernung so gegenwärtig ist.

Es ist die Erinnerung, die sich mit der Hoffnung paart und elegant die Zeit umgeht.

Es ist die Beständigkeit der wortlosen Tage, wenn wir einfach Ruhe brauchen.

Es ist so viel, und doch an Tagen wie diesen, nicht genug.

Es ist als würde Blitz und Donner die Erde spalten.

Es ist als wenn ein Bruchteil der Zeit aus meinem Herzen gerissen wird.

Es ist die Sehnsucht, die manchmal schlimmer ist, als das Leben.

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