Sonntag, 29. Januar 2017

Sonntag



Der Spielabend am Samstag fiel aus wegen Unpässlichkeiten, nicht meinerseits. Also fuhr ich zu Anna zu einem gemeinsamen DVD Abend. Anna hat einen überdimensionalen neuen Fernseher und ist stolz. Der Film war gewöhnungsbedürftig, die Weißweinschorle ebenfalls und so fuhr ich gegen 22:00 Uhr wieder heimwärts.
Als mich der Gatte heute Morgen aus dem Bett via Telefon orderte, ahnte ich bereits, was er wollte. „Also wenn du das schaffen könntest, wäre es gut, wenn du um halb eins arbeiten würdest. Könnte, wäre, würde. Die Tatsache, ob ich kann, will und werde, danach fragte er nicht. Ich überlegte einen Moment in Schlabberhose und Schlafshirt mit einer guten Tasse Kaffee, versuchte meine zurzeit total wirren Träume zu deuten und machte mich schließlich fertig. Plötzlich klopfte mein kleiner treuer Gehirnwartungsexperte an, um mir mitzuteilen, dass ich ja Samstag, nachdem ich den alten KH Patienten abgeholt, und zu seinem grauen alten Hund gefahren hatte, so ziemlich den gesamten restlichen Tag im Bett verbrachte. Ok. Da kann man sonntags auch arbeiten gehen. Einleuchtend.

„Woran schraubst du gerade?“ „Nun, ich bereite dich für die Arbeit vor. Dein Konzentrationszentrum muss etwas getuned werden.“ „Was macht die Farbe meines Blutes? Ich träumte vor zwei Tagen, aus meinen Augen liefen schwarze Tränen.“ „Moment. Ah, ja, deinem Blut geht es gut. Du hast noch zwei Wochen bis zu deinem Arzt des Vertrauens. Soll ich es mit Lebensmittelfarbe etwas aufhellen?“ „Ok.“ „Und noch was. Du solltest in den nächsten zwei Wochen ruhig mal wieder ein Date annehmen. Natürlich nur wenn es deine Freizeit erlaubt. Das täte dir gut.“

Das Konzentrationszentrum funktionierte bestens. Ich machte 40€ Trinkgeld und verschwieg mir, dass ich Freitag auch schon blau gemacht habe, weil doch die Heizung in der Gruft ausgefallen ist. Spätestens nächste Woche fragt da keiner mehr nach und den Schlaf kann mir niemand mehr nehmen. Auf, auf in die neue Woche.

Wussten Sie schon: Es gibt in Nebraska einen § der besagt: Barbesitzer dürfen Bier nur dann verkaufen, wenn sie gleichzeitig einen Kessel voll Suppe kochen.  



Donnerstag, 26. Januar 2017

Donnerstag



Der Monat Januar würde gefühlt ein ganzes Buch füllen. Die Menge der Buchstaben steht im Verhältnis zu meinem Lohn jedoch leider im Unverhältnis. Die letzten zwei Samstage verbrachte ich mit jeweils männlicher kranker Begleitung in der Notaufnahme eines Krankenhauses, da ich zum Teil verwandt, zum Teil befreundet der deutschen Sprache mächtig bin. Heißt: Reden mit dem Arzt, Aufnahme auf Station, Kümmern um den nun mittlerweile dritten Hund. Es gibt ja bekanntlich meine weiße Lady, die schwarze Lady, die im Büro geparkt wird, wenn ich dort arbeite, und nun den grauen Herrn, dessen Halter immer noch im KH liegt.

Heute traf ich meinen Nachbarn mit französischem Akzent. „Müde siehst du aus. Kaffee?“
„Ja gern.“ Wir trinken gemeinsam einen Kaffee und er schiebt mir einen Block rüber. „Ich gehe gleich noch einkaufen. Soll ich dir was mitbringen?“

Ich schreibe eine Einkaufsliste und er schenkt mir zwei Obstweine zum probieren. „Was hälst du von meinem Experiment?“  Ich muss schmunzeln. „Der Dreitagebart steht dir außerordentlich gut. Respekt.“ Er lächelt verlegen und lädt mich für Samstag zum Spielabend mit meinem persönlichen „MachdichmallockerDealer“ und seiner Freundin ein.

Ich sollte das Kraut in einer ruhigen Minute mal probieren. Vielleicht Samstag, beim Siedlerspiel.

Es gab also keinen freien Tag, nicht mal Sonntag.

Der Gatte hatte immerhin heute Zeit zum Friseur zu fahren. Ich schaffe das schon seit einem Jahr nicht mehr. Ich mache da etwas falsch. Werde das im Februar genauestens untersuchen und ändern.

Ansonsten alles mäßig.


Montag, 9. Januar 2017

Montag



Das neue Jahr ist noch keine zwei Wochen alt. Und dennoch ist so viel passiert. Ich musste unsere alte Katzendame leider auf ihren Weg schicken und das ganz allein, weil alle anderen irgendwie plötzlich verhindert waren. Ja ne ist klar. Ich vergaß Taschentücher und am nächsten Morgen buddelten der Gatte und ich ein Grab. Im strömenden Regen, einen Tag später hätten wir es mit Bodenfrost aufnehmen müssen.

Silvester habe ich bis 22:30 gearbeitet. Rutschte schließlich doch recht ruhig ins neue Jahr.

Neues Jahr. Neue Arbeitszeiten. Hauptarbeit auf die Hälfte gekürzt. Und ab mit dem überqualifizierten Wissen in den Nebenjob. Endlich wieder mehr Bewegung und mehr Menschen, und das für drei Stunden an zwei Tagen in der Woche. In der Freizeit beschäftige ich mich mehr mit der weißen Lady, zwei Haushalten und mit mir. Endlich.

Die Hochzeit meines Bruders war, nun ja, für mich eine Erkenntnis, dass man den Menschen den man ehelicht vielleicht doch etwas besser kennen sollte. Mehr dazu gibt es hier nicht. Nur soviel. Sie ist es nicht würdig, meinen Mädchennamen zu tragen. Klingt arrogant. Ist es auch. Punkt.

Was ist noch so passiert: Wegen meiner einsamen Entscheidung das Flusentier mit Hilfe des Tierarztes zu erlösen wurde ich von der Jüngsten einen Tag als Mörderin beschimpft und mit Schweigen und Nichtachtung gestraft. Sie hat sich wieder gefangen.

Die neue Schwägerin erzählt nun, ich habe ihr ihre Hochzeit versaut. Die Sache ist eben, ich bin gelassen, sie scheint eher in Jähzorn umzuschlagen, wenn es nicht so geschieht, wie sie sich das vorstellt. Pech. Bin froh, dass sie mir nicht an die Gurgel gegangen ist. Und ich versichere ihnen, ich habe nichts Schlimmes getan. Schizophrenie?

Wussten sie dass es einen § gibt, der in Oklahoma vorschreibt, dass man keine Waffe öffentlich sichtbar tragen darf, es sei denn, man wird von einem Indianer verfolgt.

Ansonsten ist das Jahr ziemlich entspannt angelaufen. Weiter so.