Sonntag, 17. April 2016

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Die Freundin. Ich sagte gestern den „Frauenabend“ mit einer kleinen Notlüge ab. Jetzt ärgere ich mich, weil ich die Wahrheit nicht gesagt habe. Weil ich einfach keine Lust hatte, mit frisch getrennten, liebestraurigen Frauen den Abend zu verbringen. Weil ich mich derzeit aus meinem sozialen Umfeld so gut es geht zurückziehe, weil ich eben keinen Gesprächsbedarf habe.

Der Freund. Und ja, ich bin leider ein hochsensibler Mensch und spüre schon lange vorher, ob eine Situation sich zum positiven oder zum negativen wendet. Ich rede nicht viel, weil ich das nicht brauche, aber das gibt niemandem das Recht, meine Eigenart gleichzusetzen, Nicht-Verletzbar-Zu-Sein. Man kann sich nicht um andere kümmern, wenn man sein eigenes Leben nicht im Griff hat.

Ich muss mich zwingen, das Positive aus der ganzen Geschichte mitzunehmen. Eigentlich geht es mir besser. Mir wird bewusst, wie viel Energie mir dieser Mensch in den letzten Jahren entzogen hat. Immer unter dem Aspekt, dass ich ihm genauso wichtig bin, wie seine eigene Familie. Was mich allerdings nie so richtig erreicht hat, weil ich allgemein nicht daran glaube. Von 0 auf 100. Von 100 auf 0. Entweder ganz oder gar nicht. Dann muss ich mir doch die Frage stellen, was echte Freundschaft denn nun ausmacht. Ist es das Aushalten der Situationen, die sich entgegen aller Freundschafts- und Liebesbekennungen, genau zum Gegenteil gewandelt haben?

Wie leicht es ist, entstandenes Vertrauen mit einem Windhauch zu zerstören.

Die Gegenwart. Der Kirschbaum blüht, das Feld ebenfalls. Die Hundedame ist wohl derzeit das einzige Wesen, was die Gegenwart versteht und lebt. Wir Menschen tun uns da doch etwas schwerer.  

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