Dienstag, 19. November 2013

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Wollten wir nicht gemeinsam einen Drachen steigen lassen? Im Oktober wollten wir gemeinsam den Drachen steigen lassen, im November wollten wir tanzen. Und bis vor zwei Stunden ahnte ich nicht, dass du jetzt tief und fest in einer Notoperation schlummerst und dein ganzes Vertrauen in die Hände der Ärzte geben musst. Hätte ich dir doch heute Mittag am Telefon schon gesagt, dass ich mit fahren werde in den gemeinsamen Familienurlaub. Aber ich konnte es ja nicht wissen. Was bleibt ist warten. Drei Stunden haben sie gesagt, drei Stunden, nachdem sie deinen Blutdruck stabilisiert haben. Ich werde warten. Auf dem Weg nach Hause höre ich Musik und weine unbemerkt meine Tränen in das Gaspedal. Ich mag die Mädchen nicht erschrecken. Auch sie sind ganz ruhig. Keiner sagt auch nur ein Wort. Ich denke darüber nach, womit ich heute meine Gedanken verbrachte. Es ist nichts gegen die Gedanken die ich jetzt habe. Alles wird so gnadenlos unwichtig. Und vor mir sehe ich die roten müden Augen meiner Mutter, die versucht, mit einem Lächeln die Gegenwart zu betrügen. So wie ich mit meinem schwarzen Humor, wenn wir zusammen sitzen und darüber reden, was jetzt wird, ob alles gut geht, wie es weiter geht. Gerettet werde ich dann in meinem Auto mit der Musik und den Tränen auf dem Gaspedal.

Kommentare:

  1. Ich wünsche euch das es klappt mit dem Urlaub.

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    1. danke, jetzt muss er erstmal wieder gesund werden...

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  2. Schluck. Umärmel und feste die Daumen drücke.

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    1. bis morgen wird er noch auf der intensiv bleiben;-(
      aber er ist ne Kämpfernatur...der alte herr

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    2. Trotzdem die Daumen gedrückt, und in Gedanken bei Euch :-*

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  3. In solchen Situationen sieht man, wie alles andere unwichtig wird und im Hintergrund verschwindet.
    Ich wünsche dir/euch alles Gute, vor allem aber Kraft und Hoffnung.

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    1. ja das stimmt, man steht völlig hilflos neben sich und tatsächlich alles andere wird plötzlich ziemlich nebensächlich. und dann merkt man in solchen schweren stunden aber auch, wie sehr die familie zusammenhält. glück und unglück liegen sehr nahe beieinander und vermutlich muss das so sein. ich danke dir für den schönen kommentar. und folge dir jetzt und wenn mein völlig irrer computer es zulässt, werde ich mal ein bisschen in deinem blog stöbern. ;-)

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  4. meine liebe goldi, dein daumen drücken und umärmeln hat etwas gebracht. nach einer woche intensivstation mit höhen und tiefen hat er nun das schlimmste hinter sich. und wir alle sind dankbar und froh darüber! kiss

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