Montag, 17. April 2017

Montag

Bonjour.



Wir sitzen auf einem großen Balkon, irgendwo in Mailand und trinken italienischen Wein, essen Parmaschinken mit Salzkräckern und ich drehe uns eine Zigarette. „Was in deinem Leben hast du wirklich bereut?“ Anna schaut mich an und prostet mir zu. Ich überlege gar nicht lange, denn eine Sache gibt es da wirklich. „Dass ich 1991 nicht Silvester, wie geplant in Paris verbracht habe. Mit diesem charmanten Franzosen, den ich im Sommer kennen gelernt hatte, am Atlantik.“ Während ich das erzähle, wandern die Bilder vor meinem Auge. Wie frei wir waren, wie warm, der Atlantik. Dieser schöne junge Mann. Es ist 26 Jahre her. Anna lacht.

Am Freitag landen wir wieder in Deutschland. Es ist arschkalt. Am Samstag arbeite ich.  
Es graut mir davor die E-mails zu checken. Zu viel Spam. Und dann. Zwei neue Nachrichten . Meine Freundin aus der Grundschule gratuliert mir nachträglich zu meinem Geburtstag und der junge Franzose hat mich angeschrieben. Nach 26 Jahren. Auf einem Portal, in dem ich mit Mädchennamen gemeldet bin. Er hat mich gesucht und anscheinend gefunden.

Sind es nun die Gedanken, die uns zusammen führen. Ist es Zufall. Schicksal. Was es auch ist, es ist aufregend. Besonders. Ich muss zu sehr an ihn gedacht haben. Ich habe ihn dieses mal nicht ins Leben geschrieben, sondern ins Leben zurück gedacht. Wie einfach so ein Universum funktionieren kann, wenn man den gedanklichen Schlüssel gefunden hat.

Es ist spannend und es wird französisch. Ich habe ihn überall eingebaut. Mein Nachbar mit dem französischen Akzent zum Beispiel. Es ist grandios, wie Gedanken den Buchstaben auf die Beine helfen und das Schicksal positiv beeinflussen. Ich kann es immer noch. Er ist wieder da. Einfach so. Danke.

Gerade sehr glücklich und ja, ja viel Arbeit. Aber das ist auch nur ein kurzer Zeitstrang der dann irgendwann wieder übersichtlich wird und mit einem Bleistift einfach gekappt wird.

https://www.youtube.com/watch?v=4nPzGfv4Al4