Dienstag, 27. Juni 2017

Dienstag



„Nein, Zucker, sag nichts, du hast doch nicht etwa.“
„Natürlich nicht, bis gestern.“

Anna lacht Tränen. Und ich lache nicht. Meine persönliche Medikation half mir zwar dabei, dass die Knochenschmerzen verschwanden, aber die Nebenwirkungen hatte ich nicht bedacht.

Ich rauchte sehr langsam auf der Veranda und genoss die Stille. Die Schmerzen zogen meine Knochen auseinander. Es tat einfach scheiße weh. Nicht mal die Drecksärzte können mir helfen. Dann sitzt man da, und es fällt schwer ein Glas Wasser zu halten.

Ein warmes Gefühl zog sich durch meine Blutbahn und ich wollte schlafen gehen. Zog mich aus. Nackt. Legte mich ins Bett und dann kam dieses Geräuschdings der WhatsApp.

Die Nacht gehörte uns. Dann kamen die Nebenwirkungen. Ich lachte. Ich lachte mir mein ganzes verschissenes Leben aus dem Leib. Nackt in meinem Bett. Lustiger hätte es gar nicht sein können. Wenn es nicht so traurig wäre.
„Yes. Ich habe es getan.“
Anna nimmt mich in den Arm und versichert mir, dass ich nix schlimmes gemacht habe.

Ist man eigentlich untreu, wenn der Ehemann der Ehefrau seit 18 Jahren den Beischlaf verweigert? Aus der Antwort sollte ein § entstehen.